diesen traurigen Zug, Mitleid schaut aus ihren Augen, und das gefällt mir nicht. Ich hebe deshalb die Hand zum Kopf und balle sie zur Faust. Vielleicht sehen sie das und begreifen, daß ich sie grüße, vielleicht ist es eine unsinnige Geste, aber mehr kann ich nicht, ich habe nicht mehr Kraft.
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Im Pankrácer Hof laden sie die Bahre auf ein Lastauto, zwei SS- Leute setzen sich zum Chauffeur, zwei SS- Leute mit den Händen an den offenen Revolvertaschen stellen sich an mein Kopfende, und wir fahren los. Nein, sie haben da nicht gerade einen idealen Weg: ein Loch, ein zweites Loch und bevor wir zweihundert Meter gefahren sind, habe ich das Bewußtsein verloren. Das war eine komische Fahrt durch die Prager Gassen: Ein Fünftonnenlastwagen, für dreißig Häftlinge bestimmt, verbraucht sein Benzin für einen Häftling, und zwei SS - Leute vorn und zwei SS - Leute hinten mit Revolvern in den Händen bewachen mit wilden Gesichtern einen Leichnam, damit er ihnen nicht davonläuft.
Am nächsten Tag wiederholte sich die Komödie. Diesmal hielt ich es jedoch bis zum Petschek- Palais aus. Die Vernehmung dauerte nicht lange. Der Kommissar Friedrich berührte meinen Körper zu wenig schonend, und zurück führten sie mich wieder bewußtlos.
Nun kamen Tage, an denen ich nicht mehr zweifeln konnte, daß ich lebe. Der Schmerz, der natürliche Bruder des Lebens, machte es mir sehr deutlich. Auch Pankrác hatte schon erfahren, daß ich durch irgendein Versehen am Leben bin, und es kamen die ersten Grüße: durch die starken Mauern, die Klopftöne überbrachten, und durch die Augen der Hausarbeiter, wenn sie das Essen ausgaben.
Nur meine Frau wußte nichts von mir. Selbst in der Zelle, nur ein Stockwerk tiefer und drei, vier Zellen weiter, lebte sie zwischen Furcht und Hoffnung, bis ihr eine Nachbarin beim Morgenspaziergang zuflüsterte, daß es mit mir schon zu Ende sei, daß ich angeblich in meiner Zelle den Wunden von der Vernehmung erlegen sei. Dann irrte sie im Hof umher, und die Welt drehte sich mit ihr, und sie fühlte nicht einmal, wie ihr die Aufseherin mit Faustschlägen ins Gesicht Trost gewährte
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