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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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ein neues Miẞgeschick. Am frühen Morgen stehe ich auf der Maschine und lege ein.

,, Hallo, Camerade, allez!"

Die weiße Binde am Arm, die Maschinenpistole im An­schlag, steht unten ein Franzose und winkt mir herunter­zukommen. Lächelnd, meiner Sache unbedingt sicher, weise ich mein Papier vor.

,, Oui, Dokument gut, caelete nix gut. Wir partie Valen­ciennes ."

Na ja, Humor muß der Mensch haben. Wieder einer, der anscheinend nicht zu der FFI- Richtung gehört. Nun will er mit mir zur Kommandantur fahren und einen neuen Ausweis besorgen. Ich habe diese Kalamitäten satt und werde darauf dringen, zu den Amerikanern geführt zu werden.

Mir scheint, die Befehlsgewalt ist in andere Hände über­gegangen. Die mir bekannten Offiziere in der Kaserne sind durch andere ersetzt worden. Und diese anderen sehen meine Angelegenheit auch mit anderen Augen an. ,, Nicht, daß wir gegen Sie in irgendeiner Form miß­trauisch sind, aber bei der gegenwärtigen Haltung mei­ner Landsleute ist es für Sie gefährlich, im Augenblick frei herumzulaufen. In Ihrem Interesse ist es besser, Sie begeben sich in unsere Obhut."

,, Also eine bessere Umschreibung für Internierung. Herr Oberleutnant, ich bin immerhin ein politischer Flüchtling und bitte Sie, mich zu einer amerikanischen Abteilung zu bringen. Es ist mein Wunsch, so schnell es geht nach Deutschland zu kommen."

Ein bedauerndes Achselzucken ist seine Antwort. ,, Was mit Ihnen wird, darüber entscheiden wir Franzosen. Zu den Amerikanern kommen Sie nicht." Damit bin ich ent­lassen. Mein Dokument behält er.

Durch die ganze Stadt müssen wir gehen, ehe mein Be­gleiter mich am Bestimmungsort abliefern kann. Als der diensttuende Korporal mich dann den anderen Inhaftier­ten vorstellt, erfahre ich doch eine kleine Genugtuung. Nach einer längeren Ansprache an die Versammelten wendet er sich an mich. ,, Sie haben sicher nicht verstan­den, was ich gesagt habe. Sehen Sie sich die Menschen

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