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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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Nie wieder darf die Möglichkeit bestehen, daß Deutsch­land einen Krieg vom Zaune brechen kann. Das sind wir allein schon unseren Kameraden schuldig, die in den Konzentrationslagern oft in gemeinster, sadistischer Weise hingemordet wurden. Das sind wir unseren Frauen und Müttern schuldig, die für die Profitgier der Rüstungskönige ihr Liebstes hergeben mußten.- Nun aber genug des Denkens und Sinnierens. Wenn ich für morgen frisch sein will, habe ich den Schlaf nötig. Energisch drehe ich mich auf die Seite. Aufstöbern wird mich hier wohl niemand und meine Nachtruhe stören. Ein Frösteln läßt mich wach werden. Die Nachtkühle ist durch die Kleidung gedrungen. Eben schickt die Sonne ihre ersten Strahlen über den Horizont. Das ist die rich­tige Zeit, einige Kilometer zurückzulegen. Hunger hätte ich ja, will aber erst etwas tippeln. Werde schon einen Hof finden, der etwas abseits liegt. Aufs Waschen muß verzichtet werden. Die Vögel zwitschern, der Tau liegt auf den Gräsern. Ab und zu springt ein Hase über das Feld. Herrjee! Ist das schön! So frei und unge­hindert ausschreiten zu können. Was frage ich nach den Namen der Ortschaften und Städte, wenn sie nur auf dem Wege nach Süden liegen. Dort ist die Grenze, und dort muß ich hin. Hallo! Dort steht ein Gehöft. Versuchen wir unser Glück und klopfen wir an. Ein Stück Brot wird schon übrig sein.

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Hilfsbereit, gastfreundlich ist man in diesem Lande. Man muß nur die Leute finden, die unter den deutschen Re­pressalien gelitten haben und auf die Befreiung warten. Ich erhalte ein erstklassiges Weißbrot mit Butter und einen Topf Milch. Es ist nicht meine Absicht zu bleiben, aber so beiläufig erwähne ich, daß ich arbeiten würde. Ängstlich wird der Bauer. ,, Nein, ich kann Sie nicht hier­Wenn behalten. Die Gestapoagenten!- Die Rexisten! einer merkt, hier ist ein Fremder! Nein, das geht nicht. Ich gebe Ihnen noch fünf Franc, aber gehen Sie." Nun, ich kann den guten Mann beruhigen. Die Entfer­nung bis zum Lager in Kortemark ist auch mir noch nicht weit genug. Ein kurzer Dank, ein Ade, und weiter geht es. Der kleine Ort Rousselaere muß auf dem Wege zur Grenze liegen.

Ja, Glück muß der Mensch haben. Längst ist mir aufge­

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