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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
Entstehung
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fallen, daß alle Männer und Burschen ihre Mützen tra­gen. Gestalten ohne Kopfbedeckung wie ich, sind äußerst selten. Dazu laufe ich bei dieser Hitze wohl ohne Jacke, aber mit einem wintermäßigen Wollpullover herum. Eine Frau sorgt für Abhilfe. Hemd, Pullover, Taschen­utensilien zum Päckchen verschnürt, Mütze auf den Kopf gestülpt, Jacke übergezogen. Jetzt sehe ich einigermaßen zunftmäßig wie ein Einheimischer aus. Daß bei den Schuhen die Zehen herauslugen und die Größe nicht stimmt, fällt nach fünf Kriegsjahren auch in Frankreich nicht auf. Die gütige Spenderin der Jacke begleitet mich außerdem nach Menin. Hier angelangt, suchen wir ein Lokal auf. Arbeiter stehen an der Theke. Die Frau spricht kurz mit dem Wirt und einigen Gästen. Ein kur­zes Mustern meiner Person, dann werde ich gerufen. Keine Neugier, kein unsachliches Fragen. Die Erklärun­gen, die die Frau anscheinend gegeben hat, genügen. ,, Sie wollen rein nach Frankreich ? Wissen Sie, daß am nächsten Dorf- Moskroen schon die Grenze liegt?" Dennerwetter! So nahe habe ich sie nicht geglaubt. Jetzt kommt einer der kritischen Punkte auf meinem Wege. Sorgsam stelle ich meine Fragen. ,, Wie ist die Grenzbevölkerung und die Grenzwache? Wo ist der best­mögliche Übergang?" Die Ansichten darüber scheinen nicht gleich zu sein. Rede und Gegenrede. Kurzes Hin und Her, dann beginnt der Wirt. ,, Bis zum Kanal müssen Sie gehen. Auf der Brücke steht ein belgischer Posten, aber wenn Sie schlankweg passieren, hält Sie keiner an. Dahinter liegt Moskroen. Vielleicht gehen Sie als Ähren­leser übers Stoppelfeld. Es läßt sich da keine feste Me­thode für den Übertritt sagen."

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Hm, also wieder mal ein Vabanquespiel. Versuchen wir, wie es geht.

Nun ist es mittlerweile dunkel geworden. Den Kanal habe ich längst erreicht, aber die Brücke kann ich beim besten Willen nicht finden. Ich würde sie auch jetzt zu vorgeschrittener Stunde nicht betreten. Müde stolpere ich am Ufer auf und ab. Durch waten durchschwim­

ren. Mo rosiger

men? Brrr, ich bin wasserscheu. Wollen lieber wieder einige Garben zusammenstellen und im Freien kampie­

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