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Ja, aber was steckt da Dickes in den Seitentaschen? Aha, ein Paar Wildlederhandschuhe. Auch gut.... Die Tatze des Eigentümers war zwar beträchtlich größer als die seine, eine richtige Holzfällerpranke; aber, darum keine Feindschaft nich', wie der Berliner sagt. Die Dinger werden auch so ihren Dienst tun. Und in der Brusttasche fühlt er etwas Hartes, Flaches, Eckiges als Inhalt.
Er holt es heraus sieh an, murmelt Bert für sich, auch das kann man gut brauchen: es ist der Lagerausweis des Scharführers, den dieser an der Front so wenig wie seine gesamte Ausgehuniform braucht und deshalb im Rock zurückgelassen hat. Bert steckt ihn in die Außentasche des Mantels, die Handschuhe dazu, legt Mantel und Koppelzeug auf die Fensterbrüstung, stülpt die schwarze Mütze mit dem Totenkopf auf, die allerdings etwas knapp sitzt und voltigiert wieder lautlos hinaus. In das Spind hat er, bevor er es schloß, noch den Ballen Guttapercha hineingeworfen.
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Angesichts seiner Freunde, der hohen Tannen des Wildparks, die ihm freudig überrascht und wohlwollend zuraunen, vervollständigt Bert zuerst seine Ausrüstung, hakt das Lederkoppel ein, zieht den Mantel hinten sachgemäß straff und lehnt das Fenster sorgfältig wieder an, so daß es von neuem wie geschlossen aussieht. Der Boden aus dicken Kieselsteinen, auf dem er steht, läßt gottlob keine Fußspuren zurück. Das ist ebenfalls von Bedeutung, wie er längst bedacht hat.
DER FALSCHE SS.- MANN.
Nunmehr heißt es, das Auftreten in allen Teilen zu ändern. War er bisher als gejagter Hase gehüpft und geschlichen, so hat er sich jetzt als Treiber kostümiert und muß dementsprechend sicher und selbstbewußt einherkommen.
Er sucht sofort die Nähe des Lichtes auf und geht in seinem Scheine am Unterführerheim vorbei, dessen


