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wohl im Geiste jetzt folgen würde bei dem Auf und Ab seiner Eskapade... ob sie ihn wirklich zu deren Vornahme so unablässig gedrängt haben würde, wenn sie die ganze Gefährlichkeit der Tat überschaut hätte? Unter solchen Überlegungen führt sein Körper- stets unter der drohenden Mündung des MG.'s oben am Turm- das Ankriechen des Drahtzaunes aus und gleich hernach das Übersteigen des Hindernisses dicht an dem aus Guẞbeton verfertigten Pfeiler... natürlich ein Ziel für das nahe MG., wie es sich der Schütze nicht bequemer wünschen kann.
Doch zum Glück hält ihm Berts Schutzengel die Augen zu. Wohlbehalten, nur mit einem unbedeutenden Riß am Finger, kommt Bert drüben an und zögert keinen Augenblick, sich erst eine Weile in den Schatten einer der jungen Pappeln zu stellen, mit denen die Fahrstraße bepflanzt ist, um etwas zu verschnaufen. Dann macht er tief geduckt drei lange Sprünge über die Breite der Straße hinweg und befindet sich nun im Schatten des riesigen Holzstapels, der als ein förmlicher Wolkenkratzer an die mechanische Schreinerei- Teil der früher erwähnten großen Wirtschaftsbetriebe der SS. anstößt.
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Hier wäre er an sich hervorragend gedeckt gewesen. Doch muß er ja weiter. Der Weg ist noch nicht zu Ende .. also vorwärts wieder! Er schleicht im Schatten des hohen. Stapels weiter, bis er in das Dunkel der ersten Baracke hinüberwechseln kann, unweit des jetzt fertigen Unterführerheims unvergeßlichen Angedenkens. Zwischen den einzelnen dieser flachen Wohnstätten hindurch gelangt er bis an das Fenster, nach dem es ihn hinzieht. Auf jeden Schritt, jede Körperregung muß er hier schärfstens achtgeben, da ja alle Augenblicke ein Scharführer nach Hause kommen kann oder ein anderer, der noch wach ist, ihn durch sein Fenster hindurch erspähen kann alles wäre in solch einem Falle verdorben und erledigt! An den Bäumen und Büschen kommt er vorbei, die ihn im Frühjahr bei ihrer Entfaltung so erfreut haben aber so lange ist er jetzt nicht mehr
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