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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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390
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Zügen und blöden, erloschenen Blick auf seine Um- gebung zu starren; wie er so dastand, um die Marsch- reihen an sich vorbeizulassen, glich er mehr einem Diluvialmenschen als einem Geschöpf des 20. Jahr- hunderts... auch ein Staatsfeind, du lieber Himmel!

Leo, der sich an der Suche beteiligt hatte, erzählte Bert, daß sich der Kroate im Kamin der neu erbauten Desinfektionskammer versteckt hätte, und zwar, wie er dem Dolmetscher angegeben habe, weil das Getöse und die Lichteffekte während des Luftangriffes ihn glauben gemacht hätten, die Hölle sei losgebrochen, also nicht einmal, um der Lagerordnung zu trotzen... glaubhaft bei dem Geisteszustand des Gefundenen, wenngleich eine Kateridee sondergleichen.

Lassen wir ihn, wandte Bert auf die Erzählung des Freundes ein. ‚Für uns alle hat er das große Ver- dienst, daß sich der Chefarzt für immer das gräßliche Stehen der Mannschaft verbeten hat, bis der Gesuchte gefunden ist!

Denk an, das wußte ich noch nicht! rief Leo erfreut aus. ‚Na, das ist ja ein wahrer Segen....

Und mir persönlich besonders lieb, fügte Bert 3 freudig hinzu. ‚Dir? fragte Leo und sah ihn über- rascht an. ‚‚Warum das?

=Nun zögerte Bert lächelnd und gab dann scher- zend zu.Vielleicht habe ich auch die Absicht, mich| |

demnächst zu verstecken, glaubst du nicht?

Leo blieb stehen und drückte des Freundes Arm. Das wirst du niemals tun dann rücke gleich richtig aus, das könnte ich bei dir schon verstehen, mein Lieber! Aber nun entschuldige mich, ich muß meinen Block| abtreten lassen....

Hernach liet ihm noch Oberst Adam in den Weg. Bert konnte ihm seinen Brief sogleich übergeben mit der Bitte, für rascheste Abfertigung sorgen zu wollen und dabei die Zensur möglichst zu umgehen.|

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