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faltenden Lebensgeister... doch nur schwer kommt ein Laut über ihre Lippen, auch bei Deutschen , als habe die ständige Bedrohung sie ihnen mit Schrauben verschlossen
Aus einem anderen Lager treffen eine Woche darauf Tausende ein, die aus Neuengamme bei Hamburg kommen, angeblich dort mit Kanalbauten am Meer beschäftigt, eine Arbeit, bei der sie den Tag über im Seewasser zu stehen hatten, ohne jede entsprechende Schutzkleidung natürlich.... Sie weisen die erschreckendsten Aufquellungen der Gliedmaßen auf: Wasserbeine so dick wie Gießkannen vom Fuß bis zum Oberschenkel hinauf; von einem Knie oder Wade ist nichts mehr zu sehen. Einzelne hatten das Wasser im Hodensack, der monströs angeschwollen ist, so daß der Betreffende nur mit Mühe gehen kann. Und noch schauderhafter sehen die vom Wasser riesenhaft aufgetriebenen Geschlechtsglieder aus, die gleich glashellen, dicken Würsten herabhängen, Was die Einen zu wenig haben, die Verhungerten, die Sie da sehen, Herr Scharführer", stichelt der frivole Heyden ,,, das haben diese hier zu viel, so geht's dauernd in der Welt, in der wir zu leben haben.... Und wieder verjagt der scheußliche Anblick die herumlungernden Aufsichtsführer.
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Die Erfahrung mit dem ersten Transport hat Bert zu dem Wunsche an Tibbu- Tipp veranlaßt, bei der Arbeit rauchen zu dürfen, des unheimlichen Gestankes wegen. Nachgiebig, wie der Lagerleiter ihm gegenüber war, hat er es gestattet, allerdings nur für die Capos... Aber einmal erlaubt, raucht natürlich sofort jeder, und bald legt sich ein Mordsqualm an die Decke des weiten Raumes. Tibbu- Tipp kommt inspizieren, schnuppert, sieht mit gefalteter Stirn nach oben, riecht aber gleichzeitig den infernalischen Gestank des Eiters, der Sekrete und zieht sich, an die Nase fassend, sofort wieder zurück, ohne ein Wort des Mißfallens zu verlieren....
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