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lachte für sich. ,, Komm, Oberst, ich zeige dir einen besseren Spruch noch, nebenan in dem jetzt leeren Zimmer des Scharführers Zeidler, der an die Front gekommen ist!"
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Willig folgte Bert ihm und las dort, an der Wand befestigt, den bezeichnenden Wahrspruch der SS.:,Lieber die Mutter eine Hur', als der Vater ein Jud". wartungsvoll schmunzelnd sah ihn Manz an. ,, Na, wie gefällt dir das? Sagt das nicht genug über den Geist dieser Leute aus?"
Angewidert drehte sich Bert ab. ,, Von diesem Kerl, der mich so zugerichtet hat, darf man nichts anderes erwarten! Aber du sagst, das Zimmer sei jetzt leer?"
,, Leer eigentlich nicht, sondern nur vorläufig unbewohnt, doch von seinen Kameraden für ihn reserviert, falls er wieder zurückkommen sollte... und im Spind hängt noch seine Extra- Uniform, die er immer trug statt den hier üblichen grauen Rock, wenn er nach München fuhr... ich putze sie ihm alle Wochen mal durch, ebenso die guten Stiefel und sein Lackkoppel mit dem Seitengewehr...
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Und ein verschmitzter Bursche, wie Manz war, ließ er seine Gedanken gleich einen gewagten Sprung machen, indem er flüsterte: ,, Siehst du, hier durch das immer nur angelehnte Fenster könnte einer von uns bequem einsteigen, sich die Extrauniform anziehen und als SS.- Mann verduften das wäre ein ganz brauchbarer Weg, allerdings nur bei Nacht, während wir ja eingeschlossen sind...."
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Bert starrte ihn eine Zeitlang an, als müsse er erst begreifen, daß Manz ja nur eine allgemeine Idee hinwarf und nicht an ihn direkt die Aufforderung richtete zu einem solchen Streich... aber er wurde das Gefühl nicht los, es sei kein bloßer Zufall, daß schon wieder jemand zu ihm über Fluchtmöglichkeiten sprach.... Etwas gezwungen lachte er auf.
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,, Nun ja nicht übel, der Gedanke! Mir zum Beispiel würden die Sachen von dem Kerl tadellos passen, denn er hat so ziemlich meine Figur... laẞ mal die Stiefel sehn!"


