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neigung gegen sie durch unser Volk ging, das sonst die guten Beziehungen zu Nachbarstaaten geradezu mit Hin- gabe pflegt, genau so wie die Gastfreundschaft....“
„Solange wir Polen nicht direkt gereizt wurden, blieb aber alles noch in guten Formen; der Funke glimmte nur verborgen unter der Decke leidlichen Zusammenlebens ... und fragen Sie bitte Ihre Herren Landsleute, wie sie bei uns gelebt haben; ob sie ihr Dasein in unserer jungen Republik jemals mit dem Leben nach preußischem Zu- schnitt vertauschen möchten... Herr, wie behaglich ging es in späteren Jahren bei uns zu und bei jedem unserer Gäste! Wir lebten wirklich und ließen leben! Aber als: das Nazitum in Deutschland einzog, war kein friedliches Auskommen mit den Deutschen mehr möglich ... die Hellersehenden unter uns wußten, daß ein Zu- sammenstoß leider unvermeidlich sein werde. Und daß wir für unsere Selbständigkeit kämpfen wollten, die unseres jungen Staates Stolz nach Jahrhunderten der Unterdrückung war, ist sonnenklar. Vielleicht war es dem fanatisierten Nazitum gegenüber eine Wahnsinns- tat, vielleicht... aber Sie wissen ja selbst: die Jugend, auch die eines Staates, kennt nur den Glauben an ihre Kraft. Und wehe dem, der ihr daran rührt——“
Weiter sprach er: ‚Aber daß in unseren Landen ‚im tiefsten Frieden 62000 Volksdeutsche unter den grau- samsten Martern getötet‘ worden sind, wie der ‚Führer‘ in einer Reichstagsrede wörtlich behauptet hat, ist natür- lich ein Ammenmärchen für den ‚Hausgebrauch‘ in der politischen Kinderstube, zu der ganz Deutschland unter der Naziherrschaft herabgesunken ist..... zudem Zwecke, das deutsche Volk in eine Erbitterung gegen uns hinein- zuhetzen und dadurch leichter die Vergewaltigung unseres Landes und Volkes als bloße Repressalie hin- stellen zu können.... Das verlief nach dem Rezept des| Reichstagsbrandes 1933 und ähnlicher Manöver scham- losen Volksbetruges!‘


