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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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innen her beherrscht. Aber sein Blick ist flackernd und krankhaft, dazu diese unerklärlichen Male im Gesicht und die bandagierten Arme, die müde Hinfälligkeit in der Haltung

Nur Iřina, die ihn noch vor kurzem sah, kann er­messen, wie sehr die letzte Folter ihn verändert und die Abgezehrtheit seines Antlitzes verschärft hat... wieder etwas Furchtbares mußte sich über ihn entladen haben. Sie bangt förmlich davor, es zu erfahren und zittert doch der Aufklärung durch Bert entgegen.

Ihrer beider Augen tauchen ineinander... nie war sie ihm so mädchenhaft und dennoch reif erschienen. Nicht die naive Sanftheit der unberührten Jugend war mehr in ihren Zügen, keine spielerische Schwärmerei mehr in ihren samtbraunen Augen, sondern nichts als ernste Leidenschaft und Liebe, auf ein unverrückbares Ziel gerichtet, dem sich alles in ihr bedingungslos unter­ordnete.

Aber zunächst war wohl doch die Aufklärung über sein jetziges Aussehen nicht zu vermeiden. Noch einmal mußte er den Vorhang über dem abstoßenden Schau­spiele lüften, so schonend er es auch angesichts der Frauen zu tun bestrebt war dennoch geschah

es, daß seine Schwester kreidebleich wurde und kein Wort mehr vor Erregung herausbringen konnte, wäh­rend in Iřinas furchtlosem Antlitz die helle Empörung loderte

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Sie bringt es nicht fertig, länger sitzen zu bleiben. Mit raschen, zornigen Schritten geht sie auf dem Teppich auf und ab, die kleinen Hände geballt, bis sie die Worte hervorstößt: ,, Das ist ja furchtbar, furchtbar, das geht auf keinen Fall länger, Bertie, sonst wird es noch einmal dein gänzlicher Ruin sein, um Himmels Willen- bitten wir doch Toni nochmals, er muß es schaffen... er muß, er muß--"

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Sie stampft mit dem Fuß auf den Boden, und in ihrem Gesicht erscheint ein Ausdruck von unbändigem Trotzwillen. So hinreißend ist sie in ihrem Furor, daß Bert alles vergißt und voll Entzücken aufspringt, sie