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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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womöglich verhaftet wird... Deshalb muß ich nochmals mitkommen, aber hier am Bauplatz angeben, daß ich mit dir einiges Werkzeug zum Umtausch aus dem Gerätelager holen gehe, verstehst du! Denn einzelne wissen, daß ich vorhin schon mal bei Heyden war... also Vorsicht!

Er riß rasch die Tür zum Schuppen auf und fragte seinen ‚Geheimsekretär: ‚Wo sind jetzt die defekten Blechscheren? Gib sie her! Nehmen wir jeder zwei pro forma in die Hand, Oberst und nun komm!

Er zog Bert am Ärmel mit. Auf dem Bauplatz ver- ständigte er die Hilfscapos Weber und Hecht von seiner kurzen Abwesenheit für zwanzig Minuten. Dann gingen beide ostentativ auf den entfernten Eingang zum Geräte- lager zu, im Bewußtsein, daß die Blicke der Schaffenden auf dem Platz ihnen folgten.

Das gewaltige Lagerhaus besaß an der Stirnseite seines langgestreckten Baues eine Art Ausgabeschalter, an dem man unbenutzbar gewordenes Werkzeug zum Umtausch in gutes, geschliffenes Gerät abgeben konnte. Der Capo der hier arbeitenden Häftlinge leitete die Aus- gabe und war selbstredend längst ein Vertrauter Maxens. Auf dessen Klingelzeichen öffnete er die Klappe, nahm die vier Blechscheren ab und lauschte zugleich den ge- flüsterten Worten: ‚In zwanzig Minuten kommen wir wieder, zögere solange mit der Ausgabe, verstanden?

Ein kurzes Nicken der Verständigung, ein leises ‚o.k. und das Glasfenster sauste geräuschvoll herunter.

Flott jetzt! zischelte Max, ‚‚beeil dich es geht los! Wie zwei Diebe schlichen sie jetzt um die Ecke des Gerätelagers, das schon weit draußen lag, zu dem achteckigen Pavillon der Totenkammer. Da kam ihnen aus der halboffenen Flügeltür das leichte Rollwägelchen entgegen, auf dem die Leichen vom Revier heraus- geschafft wurden. Es lief auf zwei Velorädern mit Pneumatik und Kugellager und trug einen braunen gerundeten Deckel zum Verhüllen seiner traurigen Last. Ein Revierpfleger, der Max bekannt war, schob ihn,