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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
Seite
244
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Knüppel in Berts Hand.... und er schüttelte bedenklich den Kopf.

Du mit dem Stock in der Hand? fragte er erstaunt.

‚1ja, es bleibt mir leider nichts anderes übrig! gab Bert etwas verlegen zu. ,O nein, widersprach der andere. ‚Gib ihn mir her! Und sanft nahm er dem Freunde den Knüppel aus der Hand und schleuderte ihn weit weg. ‚Das hast Du nicht nötig.

Doch! widersetzte sich Bert.Mit Bibelsprüchen komme ich leider bei dieser Bande nicht durch!

Leider nicht, davon bin ich überzeugt, gab Baum- garten zu. ‚Aber ein Mann wie du bringt es durch die Achtung, die deine Leute vor dir gewinnen, fertig, daß sie schon auf einen Wink hin gehorchen..... vor den anderen können sie keine Achtung haben, daher sind solche Hilfsmittel nötig. Aber du wirst es in wenigen Tagen erreicht haben versuche es nur!

Bert fühlte, wie recht der Freund hatte und ver- stummte. Im Hintergrunde des Baugeländes stapfte eben der stupide Scharführer gemächlich, seine Zigarette rauchend, in Richtung auf das nahe SS.-Kasino davon gottlob, sein Gabelfrühstück, das ihn wohl dort er- wartete, wird annähernd eine Stunde dauern. Außerdem war Schnell-Max schon eine geraume Zeit lang nicht zu sehen. Aber er hatte ja noch seine Hilfscapos Weber und Hecht zur Verfügung, zwei eingearbeitete Leuteschinder par excellence, so daß er gut entbehrt werden konnte.

Bert stand jetzt, um seiner Schubkolonne etwas Schonung zu lassen, bei dem anderen Teil seiner Gruppe: bei den Nägelklopfern und Sammlern von Altmaterial. Das waren Nichtisolierte, also keine Angehörige der Strafkompanie, wohl aber durchwegs auf den Aussterbe- etat gesetzte Männer. Leider konnte er den alten Juden, sowie manchen anderen der Schubkolonne, besonders Geistliche, bei dieser viel bequemeren Arbeit nicht unter- bringen, weil eben Isolierte und normale Häftlinge keinesfalls miteinander arbeiten durften.

Die Nägelklopfer waren MaxensInvalidengarde,