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Möglichkeit getrennt blieben, um zu verhindern, daß ihnen Mitteilungen, Zeitungen oder Tauschartikel aller Art zugesteckt würden.... Daß dies dennoch in gewissem Ausmaße geschah und daß auch in den isolierten Blocks Zeitungen und Tabak zu finden waren trotz peinlicher Absperrung und laufender Filzerei, ist ein Beweis dafür, wie relativ enge Grenzen der menschlichen Bosheit gottlob gesetzt sind.
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Die entsprechenden Vorschriften schärfte SchnellMax seinem Hilfscapo nochmals ein, als er ihm die nötigen Instruktionen in einem kleinen Werkzeugschuppen erteilte, der für ihn einen separaten Raum gewissermaßen als Bauhütte enthielt. Hier hatte der Capo seine Pläne und Zeichnungen auf einem schrägen Tisch unter dem kleinen Fenster ausgebreitet, hier nahm er die Tabakspenden entgegen, sicherlich nicht nur von Bert allein und hier rauchte er seelenruhig, obwohl die Lagerordnung das Mitnehmen von Tabak zur Arbeit streng untersagte und mit, 25 über'n Arsch' bestrafte, sobald bei einer Filzerei auch nur ein Zündhölzchen, geschweige denn eine Zigarette bei einem Häftling gefunden wurde. Er durfte sich das eben erlauben, wie ihm auch mancherlei Konzessionen stillschweigend bewilligt wurden, angesichts seiner ungemeinen Verwendbarkeit und seines Eifers im Dienst.
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Um so fesselnder war es für Bert, die Bewachung der Isolierten bei der Arbeit zu übernehmen. Und bald erkannte er, daß die Weisung Maxens: die Kolonne unablässig anzuschreien und anzutreiben, wenn er als Capo seine Ruhe vor dem eigenen Vorgesetzten, also den SS.Leuten, haben wollte, leider nicht zu umgehen war, so von Herzen schwer es ihm auch anfangs fiel.
,, Das muß einfach sein, verstehst du!" predigte der Erfahrene ihm. ,, Man braucht kein solcher Büffel zu sein wie damals dein Capo Knör in Flossenbürg, aber auch um Gottes Willen nur kein Mitleid mit den Leuten


