Gerade wollte. Bert ihm kräftig antworten, da be- fahl Schnell-Max vorn an der T&te des Zuges den Ab- marsch. Er selbst nahm am rechten Flügel die Spitze und führte den langen Zug am Stand Rämmeles vor- bei, auf die Lagergärtnerei zu, mit ihrem langsam ins Blühen und Wachsen kommenden Gelände; dann an der dunklen Mauer von Tannen entlang, die den so- genannten ‚Wildpark‘ Dachaus bildeten und ein Rest- bestand der weiten Nadelhölzer waren, die noch immer den Horizont des Lagers begrenzten. Einiges Wild ent- hielt der Park auch wirklich.
Am provisorischen Lagertor zählte die SS.-Wache, denen der Capo laut die Zahl der Häftlinge seines Kom- mandos meldete, die marschierenden Reihen in Eile... dann war das Stacheldrahtgitter des inneren Lagers passiert und das weite Gelände der Wirtschaftsbaracken und der SS. -Heime begann, ein Areal, in dem sich ein Neuling schlankweg verlaufen konnte, so zahlreich waren dort die Baracken, Zäune, Mauern, Rohbauten, Holz- stapel, Werkstätten und Baugruben aller Art.
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Auf solch einer großen Baugrube mitten in einer mit Ahorn bestandenen Wiese hielt Max mit seiner Kolonne inne. Acht SS.-Posten mit Maschinenpistolen begleiteten sie, alte, gebückt schreitende, schnauzbärtige Landsturm-. leute, denen ganz anderes— das sah man ihren Blicken an— vor dem geistigen. Auge stand, als die Beaufsich- tigung der Kolonne. Auch ein Scharführer radelte als Kommandoführer hinterdrein. Aber Schnell-Maxens Ruf als exakter Capo war so lagernotorisch, wenn der Ausdruck gestattet ist, daß sich kaum ein Kommando- führer jemals um das kümmerte, was beim Unterführer- heim vor sich ging.
Und daß dieses Renommee nicht unberechtigt war, erkannte Bert sofort mit einer gewissen Bewunderung. Die Arbeit setzte”sich zusammen aus der Anlage von viel hölzerner Verschalung, zu der eine Reihe von


