einnehmen konnten, wie Leo Eichmüller zum Beispiel, in die alten Kommandos eintreten, wo sie unter Dach und Fach waren. Andere, wie der Wiener Oberbürger- meister Schmitz, kamen zu den Kartoffelschälern oder wie Stillfried zur Zahlmeisterei — oder wie Bert und Oberst Adam in die Strumpfstopferei. Der Arbeits- führer von Dachau , Rapportführer Rämmele stellte eine äußerst seltene Ausnahme unter seinen SS. -Kollegen dar, ein immer heiteres, festes, sympathisches Manns- bild, Typ eines jovialen Schwabens aus dem Allgäu. Durch die flotte Art, wie er die Appelle leitete, unter- schieden sich diese wohltuend von den verhaßten Auf- tritten in Flossenbürg.
Hier spielte sich die Einteilung der Kommandos, das Nachzählen und Abmarschieren ohne jede Reibung, eher unter Späßen ab, nur ausgenommen bei jenen tausend ‚Grünen‘ und ‚Braunen‘ aus Norddeutschland, die sich unter verlogenem Gewinsel und unverhohlener Faulheit vor jeglicher Tätigkeit zu drücken suchten. Ihnen schob Rämmele mit Absicht die. Aufräumungs- arbeiten schmutzigster Art im Lager zu und zur Zeit besonders das Schneeräumen. Denn noch immer war das Wetter überaus rauh und vom Ende des Winters nichts zu merken. Einen Tag.nach dem anderen fiel dichter Schnee, dessen Flocken der scharfe Ostwind den Marschierenden ins Gesicht fegte. Die netten Garten- anlagen.des Lagers, die Bert im Herbst erfreut hatten, lagen noch verwüstet da; ebenso wiegten die schlanken Pappeln, welche Lagerbach und Straße begleiteten, ihre kahlen Wipfel wie dürre Besen im Wind und zeigten noch keine Spur von aufbrechenden Knospen, Dabei schrieb man schon den letzten März.
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Jedesmal, wenn Berts Trupp nach dem Umweg, den er wegen der abgesperrten Lagerstraße zu machen hatte, am Appellplatz vor dem großen Wirtschaftsgebäude anhielt, in dessen Souterrain die Schusterei, Schneiderei


