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Priesterschicksale : Lustrum luxaturae : Erlebnisse, Erinnerungen und Erkenntnisse aus schwerer Zeit (1933 - 1945) / erzählt vom Onkel Klemens
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der Konrad konnte erst beim Einzug der Neußer Kinder aus seinem Gefängnis befreit werden. Als die letzten Bretter' und Balken fielen, stimmten die Schwestern und Kinder sofort ein begeistertes Lied zu seiner Ehre an. Die schöne Statue ist ein Werk des Künstlers P. Valentin in Offenburg . Das Kinderheim und die Elsässer beteten und sangen ihre Lieder davor. Ich habe diese Kulturdenkmäler des Dritten Reiches in Schwarz- und Farbenfotografie aufgenommen, damit sie später nicht weggeleugnet werden können. Es gab ja unter uns wirklich naive Menschen, die im Ernst glaub­ten, hinter jeder Maßnahme müsse auch eine Untat stehen, die eben gesühnt werden müßte. Ja, es gab ehrliche aber schwer bekehrbare Idealisten, die überzeugt waren, daß der Führer jeder Ungerechtigkeit sofort steuern würde, wenn er davon wüßte. Diesen Menschen gegenüber war man oft ganz machtlos, weil eine deutliche Bemerkung die Gestapo in Alarm setzte. Und das Ende war gewöhnlich Gefängnis und Dachau . Die Elsässer müssen zu uns ein großes Ver­trauen gehabt haben, denn sie erzählten uns alles und hat­ten kein Geheimnis. Wir wurden umgekehrt im Vertrauen bestärkt, daß der Aufenthalt dieser Leute die feindlichen Flieger von uns fernhalte. Als die Lage sich zuspitzte und der Feind immer näher rückte, machte die Lagerführung alle Anstrengungen, um die Insassen nochmals ins Württem­bergische wegzuschleppen, aber es blieb beim Wunsche. Da­für schwirrten immer wieder unheimliche Gerüchte herum, das Lager werde im letzten Augenblick von Mitgliedern der HJ oder des Werwolfs in die Luft gesprengt. Ich lachte darüber und beruhigte die Leute. Endlich kam die Stunde der Erlösung. Am 15. April, am Guthirtensonntag, vormit­tags um 29 Uhr erschienen die ersten französischen Pan­Die französisch sprechenden vor meiner Wohnung. Elsässer riefen ,, Vive la France!" Es gab auch einige Szenen des rührendsten Wiederfindens zwischen Eltern und Kind. Es wurde ihnen die sofortige Heimkehr zugesagt. Die mei­sten lebten nun in einem begreiflichen Freudenrausch, die älteren und besonnenen Männer jedoch arbeiteten mit uns ruhig weiter. Durch eine verirrte Granate wurden in einer Familie vier Kinder getötet. Mit viel Verständnis halfen mir elsässische Männer einen kleinen Ehrenfriedhof anlegen. Be­sonders war es ein Zimmermann, der nie müßig sein konnte und den Schwestern half, wo er nur ein Bedürfnis sah. Am letzten Sonntag hielt ich ihnen die Abschiedspredigt.

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