Druckschrift 
Priesterschicksale : Lustrum luxaturae : Erlebnisse, Erinnerungen und Erkenntnisse aus schwerer Zeit (1933 - 1945) / erzählt vom Onkel Klemens
Seite
90
Einzelbild herunterladen

man den Eltern der Firmlinge, soweit sie zur Arbeit gehen mußten, die Teilnahme an der Gnadenstunde ihrer Kinder nicht gestattete. So sahen manche den Bischof gar nicht,

weil er abends in Bühl sein mußte.

Die S empfinder mit ausge einander, glaubensr wohl sie

Einmal gelang es mir, einen älteren slowenischen Prie­ster aus dem Lager Kork hierher zu bringen. Wie Kinder ihren Vater, so begrüßten die Slowenen diesen Priester. Bis spät in die Nacht kamen sie zur heiligen Beicht . Ein zwei­tes Mal kam dieser Priester nicht, er verschwand in einem anderen Lager. Für ihn sprang in sehr dankenswerter Weise der frühere Prior der Cisterzienserabtei Mehrerau ein, der nach seiner Vertreibung im Kloster Lichtental weilte.1) Er war jahrelang Seelsorger der Slowenen und be­herrschte die Sprache vollständig. Er nahm mich in seine Schule, so daß ich bald die Leute regelmäßig beichthören konnte. Ja, ich hielt ihnen jeden Sonntag eine kleine An­sprache, taufte ihre Kinder, versah ihre Kranken, und als sie von hier wieder wandern mußten, und in verschiedene Lager verteilt wurden, besuchte ich sie dort und spendete ihnen die heiligen Sakramente. So war ich des öfteren in Zell a. H. und in Nonnenweier. Es war immer ein Festtag, wenn ich erschien. In Nonnenweier hatten sie überhaupt keine Möglichkeit, ihre religiösen Pflichten zu erfüllen.- Da pilgerten sie nach Ottenheim herüber. Wenn ich aber kam, hörte ich sie in der Sakristei der evangelischen Kirche Beicht und feierte in der evangelischen Kirche mit ihnen das hl. Opfer mit Kommunionempfang. In Ottenheim fand der Pfarrer auf dem Marienaltar ein slowenisches Brieflein, das ich ihm übersetzte. Es war ein Gebet zu Maria, der Königin der Slowenen und aller Völker. Darin stand das Wort Es soll die Kirche siegen, nicht die Waffen!" Schluß des sauber und schön geschriebenen Gebetes stand die Bitte ,, Dieser Brief wird auf den Marienaltar in Otten­heim gelegt mit der Bitte an Maria um Erlösung und Heim­kehr in die slowenische Heimat. Wer wird diesen Brief be­kommen? Gott möge ihn davor bewahren, daß er ihn zer­reiße, er möge in geistliche Hände kommen. Niemals solle gefragt werden, wer ihn geschrieben habe." Aus dem gan­zen Schriftstück spricht ein tiefes Weh und ein inniger Glaube. Diese Bitten sind jetzt auch alle in Erfüllung ge­gangen.

1) G. Laurentius Göppel.

Am

Eine gro

zu Kirche gefügt: nicht ein Nonnenw

kommen

alle Seel

suche sag

wenen b

Er habe

die Kirch das nich

einmal n

schaft ge

war.

Den

bald in

das Hau unerwün Leiter d

der Frag

in Neuß

aber wir in Frage

Haus au

Verhand

zwei Sc ,, Berlin

Lagerfü Hilfe.

Nachric

gen Um

Franzisk ein und Freude

der scho

90