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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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durch Erhängen durchgeführt. Nachdem die Betreffenden am Galgen erhängt waren, wurden sie dann noch eine Zeit an die Haken des Querbalkens aufgehangen. So fanden vor allem viele Ausländer durch Erhängen den Tod. Es genügte schon, daß ein Pole in Weimar mit einem deutschen Mädchen angetroffen wurde, um ihn vom Leben in den Tod zu befördern. Auch hier wurden oft Frauen und Männer aus allen Schichten der Bevölkerung erhängt und sofort verbrannt, so daß viele Namenlose das Opfer des Mordsystems wurden. Als in der Jahres­wende 1944/45 durch das siegreiche Vordringen der Roten Armee im Osten viele Konzentrationslager evakuiert wurden, steigerte sich die Zahl der Toten ins Unermeßliche. Es kam vor, daß aus Transporten vom Konzentrationslager Auschwitz von 2000 ankommenden Häft­lingen 500 als Tote aus den Waggons herausgeholt wurden, während von den noch Lebenden mindestens die Hälfte entweder am Fleck­fieber oder Hungertyphus erkrankt waren und denen der Tod schon aus den Augen schaute. Zu Bergen türmten sich die Leichen. In Buchenwald gab es keinen Koks mehr für die Verbrennungsöfen. Die Leichen wurden in die alten Steinbrüche am Bismarckturm eingebud­delt. Schicht für Schicht nackte Tote, geschundene Menschenleiber, schichtweise überstreut mit Chlorkalk. Das war das wirkliche fa­schistische ,, Katyn" im Konzentrationslager Buchenwald.

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Der ,, Anfall" von Leichen war in der letzten Zeit des Lagers beson­ders stark. Vor allem brachten die vielen Transporte aus jenen Lagern, die wegen akuter Kriegsgefahr geräumt werden mußten, viele, viele Leichen mit. Den Hauptanteil hatte das Lager Auschwitz . Es verging kein Tag, an dem nicht Transporte aus diesem Lager in Buchenwald ankamen, und jeder dieser Transporte brachte seine 300 bis 500 Toten. Es ist eine ,, grausige" Angelegenheit, von Leichen zu erzählen, doch gehört es mit dazu, um das Bild des Lagers zu vervollständigen. Ein eingetroffener Transport brachte immer viel Arbeit für uns. Die Leichen lagen auf dem Bahnhof Buchenwald und mußten auf einem Lastauto nach dem Krematorium ins Lager gebracht werden. Wir ha­ben manchmal bis in die Nacht hinein Leichen aufgeladen und abge­laden. Das muẞte schnell gehen, denn die SS und auch wir wollten

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