Block zu begeben, mich zu waschen, zu rasieren und sauber herzurichten.

Wiederum fragte ich, worum es sich handele, erhielt aber keine Antwort.

Ich folgte dem Befehl und begab mich auf den Block, um der kommenden Dinge zu warten. Etwa um 4 Uhr wurde ich abgeholt und ins Jourhaus zurückgebracht. Ein Scharführer wurde mir als Begleitung mitgegeben und nun ging es in den Schubraum, dort lagen meine Zivilkleider. Ich mußte mich schleunigst in die Zivilkleider werfen und dann wurde mir er­öffnet, daß ich 14 Tage in Urlaub fahren dürfe.

Ich war sprachlos, ein heiliger Schreck fuhr mir ins Herz. Auf meine zitternde Frage, weshalb ich Urlaub bekomme, wurde mir zur Antwort: ,, Ihre Frau ist schwer krank." Ich hätte nicht geglaubt, daß ich die plötzliche Weichheit in den Knien so schnell wieder verlieren würde, wie dies tatsächlich der Fall war.

Ich fürchtete natürlich das Schlimmste. Im Hetztempo ging es auf den Bahnhof. In München gab ich dann ein Telegramm auf, daß ich auf der Fahrt sei und am anderen Tage mit dem ersten Zug in Reutlingen ankommen werde.

Wieder daheim!

Als ich in Reutlingen auf dem Bahnhof ankam, da fiel mir ein Soldat um den Hals und nannte mich Vater. Ein Mädchen, das so groß war wie der Soldat, begrüßte mich gleichfalls als Vater. Ich, der ich die Kinder noch als klein in der Erinnerung hatte denn mein Bub war 10 und das Mädchen 4 Jahre alt, als man mich fortholte ich hätte schreien mögen vor namen­loser Seelenqual.

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Mein Sohn, der wegen der Erkrankung der Mutter ebenfalls Urlaub erhalten hatte, berichtete mir über ihren Zustand. Ich erfuhr nun, daß meine Frau noch am Leben war. Ein Stein fiel mir vom Herzen. An jenem Sonntagmorgen konnte mein Bub nur wenige Worte mit mir wechseln, denn sein Urlaub war abgelaufen und er mußte wieder zurück in die Garnison. Ich aber besuchte meine Frau vormittags im Krankenhaus, wo ich eine endlos lange Stunde warten mußte, bis mir von der ver­

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