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dortigen Krematorien verbrannt wurden, hatten kein Gramm Fett mehr unter der Haut. Außerdem brennt Fett, wenn es ins Feuer geworfen wird und fließt nicht davon. Ich lehne es ab, solche Dinge zu glauben, wie sie in den Prozessen be- hauptet werden. Und ich erkläre hiermit ausdrücklich und an Eidesstatt, daß alles das, was ich hier über das KZ. und die Verhältnisse dort erzähle, der Wahrheit entspricht. Ich ver- bürge mich für die Wahrheit meiner Angaben mit meinem Manneswort.

Wenn ich zu dem eben erwähnten Bericht kritisch Stellung nehme, dann deshalb, weil ich will, daß das deutsche Volk erfahren soll, was wahr ist, und nichts glauben soll, was nicht wahr ist. Das, was die Nationalsozialisten und die SS. am deutschen Volk gesündigt haben, ist so ungeheuerlich, daß es nicht nötig ist, auch noch Lügen zu verbreiten.

Eine glückliche Wendung

Doch zurück zu meinen Erlebnissen in Dachau .

Inzwischen war der November 1942 gekommen; ich war da- mals als Kapo mit dem Aufbau des neuen Krematoriums der sogenannten Baracke X beschäftigt. An dem Auftrag mußte ich werktags wie sonntags mit meinem Kommando arbeiten, damit die in dem neuen Krematorium eingebauten Gaszellen so schnell wie möglich fertig wurden.

An einem Samstagnachmittag war ich mit meinem Kom- mando angetreten, da wurde mir von der Lagerleitung plötzlich die Nachricht überbracht, ich dürfe nicht ausrücken. Ich er- klärte, daß ich den ausdrücklichen Befehl hätte, mit der Arbeit fortzufahren. Darauf wurde mir gesagt:Dein Kommando rückt aus, aber Du nicht, Du gehst sofort zum Jourhaus und wartest dort.

Ich wollte wissen, weshalb ich dorthin/bestellt wurde, erhielt aber keine Antwort. Ich ging also zum Jourhaus und stand dort zwei Stunden lang. Dann wurde ich durch den Lager- schreiber zum Rapportführer gebracht. Derselbe eröffnete mir, daß ich sofort-auf die Kleiderkammer gehen solle, dort solle ich mir Lederschuhe geben lassen, eine neue Gefangenen-Uni- form und eine neue Mütze. Darauf hätte ich mich auf den

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