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danken, daß ich mich so schnell wieder erholt habe. Ich kenne sehr viele, die als Folge dieser unmenschlichen Prozedur des. Pfahlhängens für ihr ganzes Leben lahme Arme behielten. Mancher, der diese Tortur durchmachen mußte und der dann am anderen Tage wieder zum Arbeitskommando kam, aber mi. seinen gelähmten Armen außerstande war, etwas zu arbeiten, hat von der entmenschten SS., die diesem Zustand selbstver- ständlich keine Rechnung trug, am anderen Tag prompt eine Strafmeldung erhalten, mit dem Ergebnis, daß er dafür, daß er nicht arbeiten konnte, auch noch eine Prügelstrafe von 25 Stockschlägen in Kauf nehmen mußte.
Kameradschaft
In diesem Falle, wie auch sonst, war die Kameradschaft un- ter den politischen Häftlingen derart, daß die SS. sie nie zu zerstören vermocht hat. Auch die Tatsache, daß zur Unter- höhlung dieser Kameradschaft kriminelle und asoziale Elemente als politische Gefangene in unsere Reihen geschmuggelt wur- den, reichte nicht aus, um diesen Zustand zu ändern, denn diese Elemente wurden von uns stets sehr bald erkannt und kaltgestellt.
Wir hatten im KZ. Dachau eine kommunistische Zelle, die ohne jede Organisation rein aus dem Bedürfnis unserer poli- tischen Einstellung dem Weltgeschehen gegenüber entstanden war. Die Arbeit dieser Zelle bestand unter anderem darin, alle diejenigen, die als untragbare Elemente unter den Gefangenen: erkannt wurden, auszumerzen, indem wir sie von allen verant- wortlichen Posten, wie Stubenälteste, Kapo und Blockälteste, als welches sie von der SS. eingesetzt worden waren, so rasch wie möglich wieder verdrängten. Es ließen sich hier Tausende von Beispielen anführen, daß sogar politische Gefangene in den KZ.-Lagern versagt haben und sich als Werkzeug der SS. mißbrauchen ließen.
Da war der Kapo Knoll, ein Nürnberger Schneidermeister, auch ein politischer Gefangener, der ein williges Werkzeug der SS. geworden war. Er war der beste Judenkapo, vom Stand- punkt der SS. gesehen. Hunderte von Juden hat dieser Schurke zusammengeschunden und zu Tode gequält. Wir führten einen erbitterten Kampf gegen ihn, und weil er ein äußerst korruptes
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