Ich antwortete: ,, Jawohl".
Darauf schrie er: ,, Raus!" Ich war entlassen.
Pfahlhängen!
Zwei Tage darauf wurde mein Name aufgerufen. Ich trat vor und wurde mit 11 anderen Kameraden in den Arresthof geführt. Dort wurden mir die Hände auf dem Rücken übers Kreuz gelegt, mit einer eisernen Kette umschlossen, und dann wurde ich vom Henker von Dachau einen halben Meter über dem Boden hängend hoch gezogen und angebunden. So hing ich am Pfahl wie Christus am Kreuz, und zwar eine geschlagene Stunde, mit zusammengeschnürten Armgelenken, in denen das Blut nicht mehr pulsieren konnte. Mein Herz arbeitete in wilden Schlägen. Schon nach einer Viertelstunde konnte ich, da ich mit nach vorn geneigtem Kopf hing, beobachten, wie Schweißtropfen um Schweißtropfen von meinen Schuhspitzen in den Kies rann. So sehr war ich ins Schwitzen geraten. Atemnot quälte mich und oft übermannte mich der Schmerz derart, daß ich nicht umhin konnte, tierische Schmerzensschreie auszustoßen, die weithin hörbar waren.
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Endlich war die Stunde um, ich wurde losgebunden und auf die Füße gestellt. Meine Arme sanken gefühllos herab. Aechzend und stöhnend begab ich mich auf meinen Block, wo mich meine Kameraden bereits erwarteten. Dort mußte ich mich an das Ende eines Tisches setzen und mit der Brust gegen die Tischkante lehnen. Ein Kamerad drückte mich von hinten gegen die Tischkante, damit ich nicht aufspringen konnte. Ein zweiter Kamerad legte meinen ausgekugelten linken Arm auf den Tisch und nun faßten zwei Kameraden meinen Arm und kugelten ihn unter entsetzlichen Schmerzen wieder ein. Dann wurde mir der rechte Arm auf den Tisch gelegt und auf die gleiche schmerzende Weise eingekugelt. Niemand, der das nicht selbst erlebt hat, ist imstande nachzufühlen, welche furchtbaren Schmerzen ich bei dieser Prozedur auszustehen hatte.
Meine Kameraden entkleideten mich dann und brachten mich zu Bett. Erst nach vier Wochen war ich imstande, meine Arme wieder zu gebrauchen. Und nur dem Umstand, daß ich Kapo geworden war und nichts arbeiten mußte, habe ich es zu ver
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