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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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jemand ausfindig zu machen, der mit dem ver­zweigten Kanalisationssystem vertraut war, aber als sie sich nach früheren Kanalarbeitern er­kundigten, erregten sie Verdacht. Unter großen Schwierigkeiten kamen sie schließlich mit einem Polen in Berührung, der sich für einen großen Betrag bereit erklärte, mit Kazhik durch die Kanäle zum Getto und zurück zu gehen. Mehr als einmal versuchte der Pole umzukehren, aber Kazhik hielt ihn bei der Stange, manchmal mit Schnaps, manch­mal durch Drohungen mit der Pistole. Als sie nahe ans Getto herangekommen waren, blieb der Pole unter der Erde, während Kazhik sich bei Nacht nach oben wagte, um uns zu suchen. Aber alles sah so ganz anders aus, und auch unsere Verstecke waren nicht mehr an den gleichen Stellen wie früher. Kazhik rannte wie ein Wahnsinniger herum und rief sogar mit lauter Stimme inmitten der Ruinen, aber es kam keine Antwort. Schließlich begegnete er durch Zufall der Gruppe, die wir durch die Kanäle nach außen gesandt hatten.

Nun warteten die anderen in der Kanalisations­anlage, sagten unsere Führer; sie seien beide zu­rückgekommen, um uns zu ihnen hinzugeleiten, und wir müßten sofort mit ihnen kommen. Wir empfanden keine Freude. Gerade am Tage zuvor waren Hunderte ums Leben gekommen, die jetzt nicht mehr mit uns weggehen und gerettet werden konnten. Wir saßen da, völlig benommen und außerstande, uns zu erheben. Aber die beiden Kameraden drängten; der Pole werde nicht warten,

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