„ch auszu9° Bent“
Soweit bekannt, ist der nachstehende Bericht von Zivia Lubetkin die einzige aus erster Hand stammende Darstellung der tatsächlichen Vorgänge und des Nachspiels des jüdischen Aufstands im Warschauer Getto, der am 19. April 1943 ausbrach und in den letzten Tagen des Mai endgültig nieder- geschlagen wurde. Man schätzt die Zahl der bei Beginn des Aufstands noch im Getto ansässigen Juden auf 30000 bis 50.000, von denen vielleicht ein paar hundert entkamen. Zivia Lubetkin , ein Mädchen in den zwanziger Jahren, stand in diesem Kampf in vorderster Reihe; sie gehörte damals zu der sogenannten Hechalutz-(Pionier-)Organisation in Polen . Jetzt lebt sie in Yagur, einer Siedlungs- gemeinschaft in Palästina, und ist in der Ahdut Awoda (Einheitspartei der Arbeiter) tätig.
Das Getto stand in Flammen. Tage- und nächte- lang brannte es, und das Feuer fraß Haus für Haus ganze Straßen auf. Dicht daneben, auf der anderen Seite der Mauer, spazierten und unterhielten sich Bewohner der Hauptstadt. Sie wußten, daß„die Juden verbrannten”. Der Wind trug Rauch und Ruß von den brennenden Ruinen zu ihnen hinüber. Funken flogen nach allen Seiten, und da und dort fing ein Haus außerhalb des Gettos Feuer. Aber diese Brände wurden sofort gelöscht. Nur im Getto beeilte sich niemand, die Flammen zu ersticken und Hilfe zu bringen.


