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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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und wir seien alle verloren, wenn wir Zeit ver­geudeten.

Es fiel uns schwer, das Getto und die Toten zu verlassen. Der Gedanke, die Einheiten von Zechariah und Josef Farber im Stich zu lassen, peinigte uns. Wir hatten verabredet, sie am nächsten Tage zu treffen, und jetzt, im Morgengrauen, bot sich keine Gelegenheit, Verbindung mit ihnen auf­zunehmen... Wenn wir bei beginnender Tages­helle uns zeigten, würden wir sie nur dem Feinde verraten. Wir sahen ein, daß wir jetzt nichts weiter tun konnten und daß wir gehen mußten. Dennoch weigerten sich einige Kameraden, mitzukommen: ,, Wir werden uns nicht vom Fleck rühren. Solange auch nur einer von uns im Getto ist, wollen wir alle dableiben."

Aber wir wußten: wir mußten gehen. Schweren Herzens stiegen wir hinunter in die Kanalisations­anlage, an der Spitze die beiden Führer, Marek und ich am Ende. Es war ein Abgrund von Dunkel­heit, und ich fühlte, wie das Wasser um mich herum aufspritzte, als ich hinuntersprang, und dann wie­der weiterströmte. Ein gräßliches Gefühl des Ekels überkam mich in dem kalten, schmutzigen Wasser, und ich fühlte, daß nichts nicht einmal die Frei­heit das lohnte.

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Nur ganz wenige konnten mit uns kommen. Die Alten und die Kinder konnten bei einer solchen Unternehmung nur ums Leben kommen. Sie baten nicht einmal, mitgehen zu dürfen. Sechzig Men­schen krochen durch den engen Abwasserkanal,

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