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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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Ich dachte, wir hätten uns verirrt. Keine Wache war da und der Eingang verschlossen. Wir stürzten zu allen sechs Eingängen, aber sie waren nicht zu erkennen, und nirgends ein Posten. Wir schrien das Losungswort, aber es erfolgte keine Antwort. Dann fanden wir in einem naheliegenden Hof im Dunkel einige unserer Kameraden, schlammbedeckt, schwach und zitternd. Wir waren von zerbrochenen Menschen umringt. Die Deutschen waren über sie hergefallen, und nur einige wenige waren ent­kommen.

Beim Anruf der Deutschen hatten sich nur die Zivilisten ergeben, aber keiner unserer Kämpfer. Die Aufforderung wurde wiederholt. Die Deutschen kündigten an, daß jeder, der herauskäme, in den Arbeitsdienst gesteckt werden würde; alle übrigen würden auf der Stelle erschossen. Unsere Kame­raden verschanzten sich in der Nähe des Eingangs und warteten mit schußbereiten Waffen. Da be­gannen die Deutschen den Bunker zu vergasen. Sie ließen eine kleine Menge Gas hineinströmen und hörten dann damit auf, in dem Versuch, den Kampf­geist der Besatzung durch einen langsamen Er­stickungsprozeß zu brechen. Ein furchtbarer Tod stand den 120 Kämpfern bevor.

Ayreh Wilner war der erste, der rief: ,, Kommt, wir wollen uns selbst umbringen! Wir wollen nicht lebendig in ihre Hände fallen!" Nun begannen die Selbstmorde. Einzelne Pistolen versagten, und die Eigentümer baten ihre Freunde, sie zu töten. Aber niemand hatte den Mut, einem Kameraden das

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