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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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schen Patrouillen überraschend angreifen, über­wältigen und dann in die Wälder fliehen. Einer wandte dagegen ein: ,, Schön, angenommen, wir überwältigen die Nazipatrouille. Aber wie sollen wir durch die Straßen Warschaus hindurch in die Wälder gelangen?"

Tovyah Buschikowskij sprach wieder von dem direkten Weg zu den Abzugskanälen, von dem man ihm in dem Bunker bei Franciskanska Nr. 20 er­zählt hatte. Auf dieser Route konnte man aus­schließlich durch unterirdische Gänge in die Kanäle gelangen. Viele machten Einwendungen. Angenom­men, wir kämen wirklich zu den Kanälen. Wir alle wußten, wie ausgedehnt und verzweigt sie waren. Wie leicht man in sie einsteigen konnte, aber wie schwer es war, einen Ausgang zu finden. Wie viele hatten versucht, durch sie zu entkommen, waren tagelang ausweglos umhergewandert und schlieẞ­lich vor Hunger, Durst und Grauen gestorben! Tovyah antwortete auf unsere zweifelnden Ein­wendungen. In dem anderen Bunker gab es einen Führer, der uns sicher durch das Labyrinth ge­leiten konnte.

In unserer Verzweiflung schoben wir schließlich alle Befürchtungen beiseite und schmiedeten einen Plan. Eine zehn Köpfe starke Gruppe sollte in die Kanäle entsandt werden. Sie sollten sich nachts auf den Weg machen und in den Ruinen verlassener Häuser außerhalb des Gettos verstecken. Wenn sie erst so weit waren, sollten Kameraden, die nicht wie Juden aussahen, die bereits früher Entkomme­

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