Hause komme, meine Eltern um Entschuldigung zu bitten, daß ich oft so frech und herzlos war. Ich will ihnen sagen, daß sie Recht hatten; auch mein Vater, der mit dem Kirchenschicken ja nur das Beste für mich wollte. Ich werde es ihm jest ja nicht sagen können, denn er ist noch in England in Gefangenschaft und wird wohl so schnell auch nicht nach Hause kommen, aber wenn er kommt, dann sage ich es ihm. Dafür will ich es aber sofort der Mutter sagen."
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Dann sprechen wir darüber, daß es keine Vorsäge bleiben dürfen, mit denen der Teufel ja bekanntlich den Weg zur Hölle pflastert, sondern es muß zur Tat werden. Und zu dieser Taf braucht man Kraft, viel Kraft, denn mancher Junge hat das, was er sagen wollte, nicht mehr über die Lippen gebracht, als er zu Hause stand und über die elterliche Türschwelle getreten war. Diese dringend nötige Kraft schenkt unser Herr Christus, wenn wir Ihn darum bitten. Ja, die Hände müssen und dürfen wir falten, um alles unserem Herrn zu sagen und um alles von Thm zu erbitten. Wir sprechen dann noch über die Worte des 4. Gebotes, wo es heißt: ,, Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe, und du lange lebest auf Erden." Und dann heißt es in der Erklärung weiter: ,, Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halfen, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben." Noch einmal stellen wir uns die klaren Worte gegenüber: ,, nicht verachten, noch erzürnen" und sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben".
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Ganz anders ist es mit dem Berliner Freund. Frisch weg, so wie ihm der Schnabel gewachsen ist, erzählt er:„ Ich habe die ersten Wochen hier im Lager ganz stur gelebt. Nichts hat mich interessiert und nichts hat mich aus meinem Erdloch herausgelockt. Es war mir alles egal. Ich habe ja auch nichts zu erwarten, denn ich bin bei der SS gewesen und HJ- Führer dazu. Aber als ich vorgestern wieder einmal da drüben in die Ecke kam,
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