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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
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II.

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Ein anderer Fall, kurz bevor die Amerikaner kamen: Zwei Polen , ein Pfarrer und ein Maler hatten sich auf einer Landkarte vermerkt, wie die Front des Russen und des Amerikaners verlief. Zum Unglück erwischte sie bei einer Besichtigung ein Oberscharführer der SS. Er nahm ihnen die Landkarte ab und meldete sie dem Schutzhaftlagerführer. Nach der Ver­nehmung stellte man beide an den Turm. Wenn bei uns jemand an den Turm kam, so war das meistens eine unsichere Angelegenheit. Kurz und gut, beide Polen konnten sich nach dem Abendabläuten doch wieder auf den Block begeben. Trauen taten wir der Sache nicht. Am anderen Tag kam auch das Unglück. Beide mußten wieder an den Turm. Wieder wurden sie war im sie verhört. Man wollte wissen, wer ihnen die Karte gegeben Lager verboten und wer sie so genau über den Verlauf der Front orien­tiert hätte. Anständig, wie sie waren, haben sie keinen verraten. Später haben wir erfahren, daß verschiedene Werkmeister, also Zivilisten der Mes­serschmittwerke, ihnen die Auskunft und die Karte gegeben hatten. Als nun die beiden Polen keinen verrieten, kamen sie stundenlang an den be­rüchtigten ,, Baum". Trotz aller Qualen blieben sie fest. Am Turm bis zum Abend stehend, warteten wir der Dinge, die da kommen sollten. Und sie kamen. Ein Raunen ging durch das Lager, vor allem interessierten sich die Polen dafür. Wird man die beiden in den Draht jagen, und wer wird sich dazu hergeben? Es wurde neun, es wurde zehn Uhr.Nun mußte alles in die Blöcke. Fast eingeschlafen, weckte mich ein furchtbarer Krach im Block. In der Meinung, es sei wieder ein Brotdieb erwischt worden waren nämlich nachts wegen der Fliegergefahr nicht erleuchtet mich schon auf die andere Seite legen; aber ich hörte ein Schreien, ein rich­tiges Todesschreien und werde die Worte, solange ich lebe, nicht vergessen. An der Stimme erkannte ich den polnischen Geistlichen er war in unserem Block zuständig-, als er die Worte herausschrie: ,, Ich will doch leben! Ich bin doch noch jung! Was habe ich denn verbrochen, daß ich sterben soll?" Es stellte sich heraus, daß der Geistliche dem Blockältesten, als er ihn in den Draht werfen wollte, in seiner Todesangst auf und davon gelaufen war, jener ihn bis in unseren Block verfolgte, um seine Tat durchzuführen. Er wirkte erst mal beruhigend auf ihn ein, indem er sagte: ,, Komm mit nach vorne, sei nicht feige, in ein paar Sekunden ist alles vorüber." Da der Geist­liche nach diesen so schweren Worten zu einer Antwort nicht fähig war, wurde der Blockälteste namens Franz Lisbert, der übrigens ein großer Lump war, brutal und schlug ihn, soweit es die Dunkelheit erlaubte, nieder. Endlich entschloß sich der Pole nach vielem Hin und Her mitzugehen, mit der Bitte, sich noch von einigen Kameraden verabschieden zu dürfen. Es war ein Abschied für immer.

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die Blöcke wollte ich

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Dies alles schreibt sich hier so einfach hin, aber welche Wirkung es auf mich und verschiedene meiner Kameraden hatte, welch seelischer Schmerz die Gemüter in Beschlag nahm, das zu beschreiben, fehlen die Worte. Was wissen Menschen, die so etwas nie gesehen oder erlebt haben,

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