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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
Entstehung
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konnten in der kalten Jahreszeit nicht zum Abheilen gebracht werden, und sehr häufig war, daß beim leichtesten Anstoß an einen harten Gegenstand ein Hautdefekt entstand, der lange Zeit zur Abheilung brauchte, indem der entstandene Schorf monatelang persistierte. Ebenso traten nach längerem Aufenthalt in There­sienstadt erhebliche Schädigungen an den Nägeln auf. Daß Atro­phien der Haut sich häufig fanden, braucht kaum bemerkt zu werden.

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Von sonstigen auffälligen Erscheinungen sei noch erwähnt: Aus­fallen und Glanzloswerden der Haupthaare, Lockerwerden und Ausfallen der Zähne durch Verschlechterung paradentotischer Prozesse, eine Verschlechterung der Sehkraft und vor allem, fast alle Häftlinge betreffend, eine Verschlechterung des Gedächt­nisses selbst für naheliegende und wichtige Dinge, ganz besonders Namen betreffend. Man konnte hier bei intelligenten und z. T. bedeutenden Menschen die merkwürdigsten Erfahrungen machen. Mit die schwerste Hautveränderung wurde durch die Pellagra bedingt, welche wohl ganz allgemein als reine Avitaminose an­erkannt ist. Die Fälle verliefen vollkommen typisch, so daß die Symptomatologie in den dermatologischen Lehrbüchern nach­gesehen werden kann. Während in Deutschland die Pellagra sonst zu den seltensten Erkrankungsformen gehört, waren die Fälle in Theresienstadt häufig. Es handelte sich zweifellos um echte Pel­lagra, und Dr. LINDENHEIM, ein Schüler des Berliner Derma­tologen LESSER, der Gelegenheit gehabt hatte, die Pellagra in den Tropen zu studieren, erklärte die Theresienstädter Fälle für einwandfreie Pellagrafälle. In therapeutischer Beziehung wirkte Nikotinsäureamid günstig, und zwar trat der Erfolg sehr schnell ein, so daß die befürchteten irreversiblen Erscheinungen am Ner­vensystem vermieden wurden. Noch häufiger waren Pellagroide. Auch sie sprachen auf Nikotinsäureamid an, sodaß man in dieser prompten therapeutischen Wirkung eine Bestätigung der Diagnose ..Pellagra" sehen darf.

Es ist vielleicht von Wichtigkeit, darauf hinzuweisen, daß allen schweren Avitaminosen, besonders der Pellagra, der sprueartigen Erkrankungen und der perniciösen Anämie die Eigenschaft zu­kommt, bei längerem Bestehen schwere therapieresistente, irrever­sible und irreparable. Veränderungen am Zentralnervensystem zu-)

setzen.

Im März 1945 hat KRAUTWALD in ,, Klinik und Praxis" Be­obachtungen pellagroider Erkrankungen mitgeteilt, bei denen er nicht die Vitaminzufuhr, sondern Störungen in der Vitamin­resorption verantwortlich machte, wie man sie bei uns nach Ruhr, Darmtuberkulose, Enteritiden und nach Darmoperationen kennt.

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