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Theresienstadt besonders bei älteren Leuten durchaus im Vordergrund. Da aus unseren Transpositions versuchen von körpereigenem Gewebe die Überempfindlichkeitserscheinungen uns bekannt sind, ist uns diese Entwicklung, die sich hier anzubahnen scheint und die die chronische Anaphylaxie in ihrer großen klinischen Bedeutung zeigt, durchaus nicht verwunderlich.
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Es schien zunächst ausreichend, wenn man diesen merkwürdigen Symptomenkomplex auf eine Reflexübererregbarkeit zurückführte. Aber damit war noch nicht erklärt, warum diese Erscheinungen in Theresienstadt so häufig auftraten, sodaß man mit Recht auch hier von einer besonderen Theresienstädter Krankheit sprechen kann. Von den Ärzten wurde diesem recht quälenden Komplex nur wenig Beachtung geschenkt. Wenn ein Patient über diese Erscheinungen klagte der pertussisartige Husten mit nicht endenwollenden Anfällen konnte sehr quälend sein zuckten die Kollegen meist die Achseln und sagten: ,, In Theresienstadt hustet jeder." Es war jedoch aber gerade das Problem, warum dies der Fall war. Obwohl es sich hier um etwas handelte, was zur Neurologie gehörte, konnte ich den neurologischen Konsiliarius, Dozent KRAL aus Prag , sonst ein bedeutender Fachneurologe, nicht veranlassen, sich mit diesem Symptomenkomplex zu beschäftigen. Wir haben früher auseinandergesetzt, daß nach STEPP anscheinend besonders leicht ein Defizit an Vitamin B eintreten muß, und dies war ja auch in Theresienstadt offensichtlich der Fall. Dem Fehlen von Vitamin B entspricht in der Schulmedizin das Auftreten von Beri- Beri. Wir haben die Autoren zitiert, die bekanntgegeben haben, daß bei Beri- Beri intestineale Erscheinungen in den Vordergrund treten können, und dies war in Theresienstadt der Fall. Unser nervöser Symptomenkomplex dürfte als die Resterscheinung des typischen Beri- Beri aufzufassen sein.
Ich selbst bin erst, als ich zur Niederschrift dieser Publikation meine Notizen durcharbeitete, auf eine Erklärung des Komplexes gekommen, die viel für sich zu haben scheint.
Außer durch Vitamin B- Mangel können nämlich ähnliche nervöse Erscheinungen auch durch Toxine, besonders Diphtherietoxine, hervorgebracht werden. Bekanntlich kommt es nach einer Diphtherieerkrankung unter Umständen zu schweren Polyneuritiden. In der Mehrzahl der Fälle beschränkt sich die Th. neuritische Erkrankung auf die Gaumen- und Augenmuskeln, deren Nerven also bes. empfindlich zu sein scheinen. Daß Vitamin B- Mangel polyneuritische Erscheinungen hervorruft, welche das anfängliche Hauptsymptom der Beri- Beri ausmachen, kann als bekannt vorausgesetzt werden. Wir haben aber schon darauf aufmerksam gemacht, daß durch einwirkende Schädigungen im intermediären Stoffwechsel Produkte erzeugt werden können, welche ebenfalls
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