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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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durch Speisesoda - Zusatz verdeckt. Die Folge war eine Gruppen­erkrankung. Die Darreichung schwer verfärbter oder tumor­kranker Kartoffeln erzeugte nach den Beobachtungen vieler Ärzte Enteritiden. Diese verdorbene Nahrung schaffte entweder die Dis­position für eine Infektion oder setzte sie selbst. Für eine Weiter­verbreitung infektiöser Enteritiden waren damit alle. Voraus­setzungen gegeben. Eine Desinfektion der Hände nach der Be­nutzung der Aborte wäre sehr leicht durchführbar gewesen( siehe oben), wurde aber, als wir versuchten, sie einzuführen, nur ver­einzelt und zeitweise durchgeführt. Die Entleerungen in There­sienstadt überhaupt, besonders aber bei der Enteritis, waren oft so explosionsartig, daß Wäsche und Abort mit den Dejektionen bespritzt wurden. Eine Säuberung nützt hier nicht viel, man hätte eine systematische Desinfektion durch eine geschultes Personal gebraucht. Ich hatte im ersten Weltkriege in einem Typhus- und Ruhrlazarett geschulte und beaufsichtigte Klosettwachen auf­gestellt und hatte es damit erreichen können, daß im Hause nicht eine einzige Infektion vorgekommen ist( allerdings waren bei der Essensausgabe auch alle, Vorsichtsmaßregeln getroffen). Auch in Theresienstadt wurden Klosettwachen aufgestellt, aber es waren alte Leute, vollkommen ungeschult; und versaßen untäțig vor den Toiletten ihre Zeit, während der Abort in einen unbeschreiblichen Zustand geriet.

Man wird mir wohl zustimmen, daß es eigentlich nicht vor­kommen dürfte, was leider in Theresienstadt ein sehr häufiges Vorkommnis war, daß Patienten während eines Krankenhausauf­enthalts an Enteritis erkrankten.

Es ist sehr wichtig, auch in therapeutischer Beziehung, sich darüber klar zu werden, ob eine Enteritis auf bakterieller In­fektion beruht oder nicht. Im Falle einer Infektion sind Opiate etc. streng kontraindiziert, während sie in andern Fällen eine überraschend günstige Wirkung haben können.

Auch bei der Sprue, auf welche wir jetzt zu sprechen kommen wollen, ist von einer Reihe von Autoren eine bakterielle Ätiolo-­gie angenommen worden: man hat sich aber dahin verständigt, daß Infektionen nur als ein begünstigendes Moment anzusehen sind.

Eine sehr bedauerliche Erscheinung in Theresienstadt war, daß der Ablauf der Enteritiden oft ein sehr protrahierter war, und es daher oft zu chronischen Enteritiden kam. Es ist wahrscheinlich nicht richtig, wenn man besonders virulente Infektionen dafür ver­antwortlich machte. Die Infekte waren zwar schwer, begannen- oft mit hohem Fieber von 390 und mehr, wurden oft durch Eubasin­stoß günstig beeinflußt( was für eine bakterielle Ätiologie spricht).

Das häufige Chronischwerden wurde wohl durch folgende Um­

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