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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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der Köche, der Schwestern und des Hauspersonals. Bei einem aus aller Welt zusammengekommenen Personal, das unter besonders erschwerenden Umständen arbeitete, wäre eine Schulung und Be­- aufsichtigung besonders nötig gewesen. Man konnte überall schwere hygienische Sünden feststellen. Schwestern, die Enteritis­Stühle in Steckbecken fortzubringen hatten, brachten Brot fast immer in der nicht desinfizierten Hand. Eine Desinfektion infi­zierter Hände kann erreicht werden, wenn die Hände etwa zwei Minuten in der Chloramin - Lösung bleiben. Niemand kann behaupten, daß dies nicht leicht auch unter Theresienstädter Ver­hältnissen durchzuführen gewesen wäre. Wenn in großen Kran-< kenhäusern Schwestern und Ärzte sich dadurch zu desinfizieren glaubten, daß sie aus einem Irrigator wenige Tropfen Desinfek­tionslösung über die Hände rieseln ließen, kann man dies nur als eine symbolische Handlung bezeichnen. Eine Besserung des Kran­kenmilch- Transports war wohl nicht ganz einfach. Aber es hätte z. B. nicht vorkommen dürfen, daß Patienten, die in dem best­eingerichteten Krankenhaus neben der Typhus - Station und dem Typhus - Abort lagen, die Milch unabgekocht zu trinken genötigt

waren.

Das Chloramin ist ein sehr geeignetes Mittel für die Desinfek­tion der Aborte. Die Kontrolle der Aborte gehört nach meiner Ansicht immer, besonders, aber im Falle einer ungewöhnlichen Zusammenpferchung von Personen, zu den wichtigsten ärztlichen Aufgaben. Sie wurde in Theresienstadt vernachlässigt.

Die mangelnde Kontrolle der Abortanlagen war besonders be­dauerlich. Obwohl die Typhusabteilung inmitten der anderen Kran­kenabteilungen untergebracht war, hat auf meinem Krankenhaus der Chefarzt niemals die Abortanlagen revidiert. In dem Alters­heim in Theresienstadt war die Benutzung der Wasseranlagen auf den Korridoren zum Händewaschen nach Abortbenutzung ver­boten, d. h. die Hände wurden überhaupt nicht gewaschen.- Das­selbe unverständliche Verbot war schon in dem Gemeinde- Alters­heim in der Großen Hamburger Straße in Berlin angeschlagen gewesen!

Es ist als ein großes Verdienst von UHLENHUTH zu betrachten, daß er wiederholt es nicht unter seiner Würde gehalten hat, auf Mißstände in den Abortverhältnissen hinzuweisen.

Es kam oft zu Erkrankungen ganzer Gruppen an Enteritis. Viele Menschen waren genötigt, dauernd die Speisen kalt zu sich zu nehmen, was m. E. eine große Schädigung bedeuten dürfte. Schlimmer noch wirkte es sich aus, wenn Speisen in verdorbenem Zustand gereicht wurden. So kam es einmal z. B. zu einer Enteri­tiswelle. Es war ausnahmsweise Spinat ausgegeben worden, aber dieser war sauer geworden, und diese Säuerung wurde äußerlich

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