Druckschrift 
Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen

bezweifelt Hie hiesigen in, schreitet

X XI XII

046 2205 2430

333 287 354

394 720 703

665 563 646

Der Altersverfall" wird ab Juli 1943 durch die gute Jahreszeit und eine kleine Verbesserung der den alten Leuten hier zuge­billigten Konditionen vermindert, die Enteritismortalität durch hygienische Maßnahmen, deren Durchführung jedoch große Lücken aufwies, vermindert. Bemerkenswert, und für die Bedeutung der anderen Konditionen sprechend, ist das Zurückgehen der Enteritis in der warmen Jahreszeit entgegen allen sonstigen Erfahrungen. Zum Vergleich: die Normal- Todesrate zu 3% gerechnet und auf 30 000 Einwohner bezogen, würde 900: 12= 75 monatlich betragen.

Morbidität, sich ergebend aus der Zahl der Behandlungen 1943 ( auf maximal 60 000 Einwohner).

Monat

Behandlungen

i. d. Wohnung etc.

400 498 357.635

Behandlungen i. Ambulanz

36 59 43

Januar Februar.

145 644

117 144

März

141 007

386 932

April

132 424

346 726

X XI XII

510 427 550

Mai Juni

Juli

127 670

332 599

122 546

300 121

129 034

300 905

August

130 767

295 873

September

108 380

244 779

149 131-143

Oktober

113 109

242 270

November

118 272

268 174

72 49 77

Dezember

109 744

261 464

3 737 976

47 53 80

73 59 55

estens 20% Erkrankun­

Gesamtsumme 1 495 741

Ein wichtiger Faktor ist noch einmal hervorzuheben: in There­sienstadt war ganz allgemein die Blutsenkungs- Geschwindigkeit erhöht, so daß Mittelwerte von 20-30 mm noch als normal galten. Und auch noch aus höheren BSG- Werten konnten diagnostische oder prognostische Schlußfolgerungen nicht gezogen werden, wäh­rend vor dem Krieg in Deutschland z. B. bei der Tuberkulose die Arbeitsfähigkeit bei fieberlosen Kranken fast allein nach der BSG beurteilt wurde. Da die BSG von der elektrischen Aufladung und von dem Quotienten Globulin zu Albumin abhängig gehalten wird, so handelt es sich wahrscheinlich, wie wir an anderer Stelle ausführlicher ausgeführt haben, um eine Funktion des reticulo­endothelialen Systems. Es hängt also auch diese Erscheinung mit der Erkrankung des RES zusammen, welches auch an der Ent­stehung der Hungerödeme etc. so entscheidenden Anteil haben dürfte.

Wir haben bisher über Krankheiten gesprochen, welche in The­resienstadt zwar Abweichungen von dem gewöhnlichen Bilde

25