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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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Auch UMBER hat 1925 über Relationen der Ernährung zu Erkrankun­gen Angaben gemacht, welche wir nicht übergehen wollen.

,, Eiweißüberfluß beschränkt das Vitaminbedürfnis. Vitaminmangel be­wirkt bei Vögeln und Mäusen Absinken des respir. Gaswechsels. Fett und Kohlehydrate vermögen sich ohne Störung des N Gleichgewichts nicht isodynam zu vertreten.

Bei Eiweißmangel führt Fettmangel zu Hungerödem. Kohlehydratreiche Nahrung befördert diese Entwicklung. Rachitische und osteomalazische Knochenveränderungen sind oft als Hunger- Osteopathie aufzufassen."

Die Theresienstädter Morbiditäts- und Mortalitätsstatistik Eine Morbiditätsstatistik, wie wir sie hier brauchen würden, war nicht vorhanden. Ich kann aber aus dem Jahre 1943 eine amtliche Sta­tistik anführen, welche die Zahl der Einzelbehandlungen enthält, die in den sogenannten Ambulanzen und Wohnungen durchgeführt wurden. Es sind in den Ambulanzen in einem Jahr 1 495 741 Kon­sultationen und Behandlungen durchgeführt worden, dazu kommen in den Krankenhäusern und Wohnungen 3 737 976. Dies gibt in Verbindung mit unsern Angaben über Krankenbetten ein deutliches Bild der hohen Morbidität. Noch viel interessanter sind die Angaben über die Mortalität, die vom.1. Januar 1942 bis zum April 1944 reichen und ebenfalls auf amtlichem Material beruhen. Die geringen Todeszahlen im Anfang 1942 beruhen darauf, daß das Lager noch nicht angefüllt war, und erst im Mai 1942 eine größere Besetzung aufwies. Im Jahre 1942 war die Zahl der Pneu­monien enorm und machte in den Monaten Februar bis September 1942 mehr als 25-35,% aller Todesfälle aus. An die Stelle der Pneumonie trat von September 1942 bis März 1943 die Enteritis. Die Enteritis- Sterblichkeit, die im Jahre 1942 und Anfang 1943 un­erhörte Werte aufgewiesen hatte, ging dann durch hygienische Maßnahmen etwas zurück, ebenso der sogenannte Altersverfall. Die Zahlen der folgenden Tabelle sind interessant, aber mit Vorsicht zu lesen. Sie bestätigen, daß die von uns in unserer Publikation behandelten Krankheiten die hauptsäch­lichen sind. Die unter Enteritis z. B. im September 1942 verzeich­neten 2134 Todesfälle dürften die nicht speziell registrierte Typhus­epidemie mitenthalten. Unter der Rubrik Pneumonie verbirgt sich viel Altersverfall; unter Altersverfall sind wieder die Fälle Exitus ex nutritione, Hungerödem und die verschiedenen Formen der Avitaminose subsumiert. Die Zahlen werden weiter dadurch beeinflußt, wie viele alte Leute hierher transportiert wurden und ob der Abtransport nach dem Osten jugendliche

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