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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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chener Mangelkrankheiten zeigt aber, daß in dieser Rechnung ein Fehlschluß gewesen sein muß. Es war nicht berücksichtigt, daß nach STEPP die Deckung des Vitamin B- Bedarfs bei der normalen Ernährung schon eine knapp zureichende ist, und daß ausreichende Fettzufuhr den Vitaminbedarf, besonders an Vitamin B, vermin­dert, unzureichende Zufuhr ihn natürlich erhöht. Dieses Vita­min B- Defizit muß ungeheuer groß gewesen sein, da in There­sienstadt öfter einmal Hefe verteilt wurde, ohne daß man davon cine günstige Einwirkung auf die Morbidität hätte beobachten können. Außerdem hat es in Theresienstadt niemals Butterfett gegeben, und wieweit die geringen Margarinemengen die Butter­vitamine enthielten, muß dahingestellt bleiben.( Obwohl man zu­geben muß, daß die tschechische Margarine- Sana ein besonders gutes Präparat darstellte.)

Es ist wichtig, bekannt zu geben, daß neben der Pollakis- und Polyurie die Blutsenkung in Theresienstadt stark erhöht war, auch bei sogenannten Gesunden. Zahlen von 35/60 mußten noch als normal betrachtet werden. Die Blutsenkung verlor somit prognostische Bedeutung bei Erkrankungen, und was besonders ins Gewicht fiel, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Die chronische qualitative und quantitative Unterernährung muß daher zu einem Abbau von körpereigener Substanz geführt haben, wie das etwa bei malignen Tumoren der Fall ist und zu der hohen Senkung führt, die beim Fehlen eines Infekts ein wichtiges diffe­rentialdiagnostisches Zeichen ist! Wir sehen in ihr ein Zeichen eines durch Abbau körpereigenen Gewebes herbeigeführten Allergiezustandes!

im Sinne

Weiter dürfte die hohe Blutsenkung auf Veränderungen im Serumeiweißgehalt besonders im Quotienten

Globulin Albumin

einer Globulinvermehrung hinweisen. Wir haben uns unter den Kz- Verhältnissen mit kolloidchemischen Verfahren nicht beschäf­tigen können, auch nicht mit der Eiweißverminderung, der Hypo­proteinaemie, die, wie aus meinen Untersuchungen hervorgeht, auch in Theresienstadt sicherlich vorhanden gewesen sein muß. Dadurch sind die Vitamine vielleicht zu sehr in den Vordergrund gestellt worden, aber es ist vielleicht sehr nützlich, wenn darauf hingewiesen wird, welche Rolie die Vitamine im Rahmen der qualitativen und quantitativen Unterernährung spielen! 4*)

Wir neigen der Ansicht zu, daß die überwiegende Mehrheit der in Theresienstadt aufgetretenen Erkrankungen Mangelerkrankun­gen darstellen, die mit der Avitaminose in kausaler Verbindung

4) Wegen der Wichtigkeit der Vitamin B- Frage habe ich meinen Schüler SCHUHMANN veranlasst, dieses Thema eingehend zu bearbeiten. Die Ver­öffentlichung erfolgt in den ,, Ärztlichen Monographien", die im gleichen Verlag erscheinen.

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