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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
Entstehung
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Wohl selten hatten selbst Leiter der größten Kliniken ein solch ungeheuerliches Material in der Hand gehabt, sowohl in quan­titativer wie qualitativer Hinsicht. Die Bevölkerung betrug maxi­mal 50 000-60 000 Menschen. Für diese waren etwa 5000 Kranken­betten vorhanden, welche aber durchaus nicht ausreichten. Zahl­reiche Kranke lagen noch in den Kasernen( Theresienstadt war ursprünglich eine reine Garnisonstadt und Festung), teils in Wohnquartieren, den sogenannten Blocks, zum kleineren Teil in Baracken. In ihnen walteten die Blockärzte ihres schweren und schwierigen Amtes. Die Zahl der Ärzte war groß, und es fanden sich unter ihnen qualifizierte Fachärzte( Leiter von Kran­kenhäusern, Universitätsprofessoren etc.). Es war im Prinzip das System des ,, zuständigen Arztes" durchgeführt, was, wie es der Natur des ,, Zwangsarztes" liegt, unter Umständen verhängnisvolle Folgen gehabt hat.

In Theresienstadt bestand eine sogenannte Selbstverwaltung der Häftlinge, welche sich, wie wohl bekannt, aus Juden, oder solchen, die im Verlauf der letzten drei Generationen irgendwie ,, jüdi­sches Blut" in sich aufgenommen hatten, zusammensetzte. Es wäre sehr interessant, auf die Vor- und Nachteile einer solchen Selbst­verwaltung unter den bestehenden Verhältnissen einzugehen, aber es ist hierzu nicht der richtige Ort. Jedenfalls lag das ganze Ge­sundheitswesen: die Krankenhäuser, die Wahl der Ärzte, die Seuchenbekämpfung, kurz alles ganz allein in den Händen dieser jüdischen Selbstverwaltung.

Die Krankenhäuser und Siechenanstalten waren von sehr ver­schiedener Beschaffenheit: zum Teil entsprachen sie fast den An­forderungen eines modernen Krankenhauses, zum Teil waren sie überbelegt, unhygienisch und die gesamten Verhältnisse trostlos. Eine gewisse Besserung trat im Laufe des Jahres 1944 ein, beson­ders als endlich zum erstenmal in diesem Jahre eine Kommission erwartet wurde, der auch Mitglieder neutraler Staaten angehörten. Der Tod forderte in Theresienstadt eine unerhörte Zahl von Opfern. Die Zahlen werden wir später geben. Es starben Ende 1942 und Anfang 1943 täglich 25-30 Menschen, während 1944 die Zahl später auf durchschnittlich täglich fünf zurückging. Auch diese letztere Zahl überschreitet die Normalsterblichkeit um ein Viel­faches.

Was waren die Ursachen dieser hohen Mortalität? Man hörte manches Mal sagen, es hätte dies an der Alterszusammensetzung gelegen. Aber abgesehen davon, daß auch viele junge Menschen starben, war die Sterblichkeit der alten Leute um ein Vielfaches. größer, als es den bekannten Absterbetafeln der Lebensversiche­rungen entsprochen haben würde. Schließlich war ja der Zweck auch dieses bevorzugten Konzentrationslagers, ein beschleunigtes

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