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Gebändigte Dämonen : von der Überwindung der Gewalt / Gerhart Binder
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keine Rettung? Bei aller Selbstbeherrschung des Einzelnen trugen sich zuweilen häßliche Szenen zu und böse Worte fie­len, später schmerzlich bereut. Die Gefangenen ahnten, daß eine Macht gegen sie anrannte, die sie aus eigener Kraft unmöglich besiegen konnten. Denn es gibt ein Maß der Not und Qual, das alle menschliche Kraft übersteigt. Es gibt das ist die Lehre der Konzentrationslager- Probe, die nur bestanden werden kann, wenn der Glaube und die Bindung an Gott Schild und Halt des Menschen sind. Man hat viel vom Titanentrotz geredet, Nietzsches Verführung erliegend, und nicht gewußt, daß dieses Hel­dentum in Wahrheit nur die große Geste der Verzweif­lung gewesen ist und in der Verneinung enden mußte. Man sah den Wert des Menschen nicht mehr im Absoluten, das alles Menschliche unendlich übersteigt, sondern wollte diese letzte Instanz in den Menschen selbst hineinverlegen. Eine solche Haltung muß im Feuer der letzten Prüfung zunichte werden. Das Ende Friedrich Nietzsches ist nicht anders zu erklären. Gott bleibt stärker als seine Leugner. In so fürch­terlicher Lage vollends, wie sie den Häftlingen der Kon­zentrationslager aufgezwungen war, zerbricht ein, Helden­tum', das den Menschen zum letzten Maß erhebt. Wo wäre noch Hoffnung, läge sie nicht außerhalb der menschlichen Wirkung? Wo noch Hilfe, außer von jenseits des Men­schen? In ihren Verhältnissen durften die Gefangenen so wenig Hoffnung hegen, daß sie sich mit Recht als die Verlorenen bezeichnen mochten. In dieser Nacht blieb ihnen nur noch das Licht der göttlichen Gerechtigkeit. Sie fühlten, daß ihr Tag, in Gedanken an Gott begonnen, trotz allem nicht im Verderben enden konnte. Die äußere

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