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Gebändigte Dämonen : von der Überwindung der Gewalt / Gerhart Binder
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Endlich kam der Befehl an den Häftling:, Packen! Bahntransport!" Der Gefangene wurde in einem geschlos­senen Wagen gefahren. Er wunderte sich über den Auf­wand, der mit seiner geringen Person getrieben wurde. Er wurde in ein vergittertes Abteil geschoben und wartete lange, bis der Zug anfuhr. Er erlebte einen schier endlosen Fahrttag, schlief kurze Zeit und horchte in die Nacht hin­aus. Am Morgen schob man andere Gefangene in seinen Wagen. Die sanken erschöpft auf den Boden und hielten sich lange Zeit stumm. Endlich erhielt er die Auskunft: Wir fahren nach Dachau !" Vor drei Monaten hätte er auf diese Nachricht hin alle Beherrschung verloren und wäre zwischen Wut und Verzweiflung hin und her gezerrt worden; nun war er so müd und zerschlagen, daß er den Bescheid unbewegt aufnahm und bald wieder in sein Däm­mern verfiel. Er hatte in den letzten Wochen deutlich genug erfahren, daß jede Auflehnung ihn nur noch müder machte. Nun hielt er Ergebung in das Unvermeidliche für die einzige Hilfe. Später allerdings erfuhr er, daß er gerade nach dem Willen der Unterdrücker stumpf, dem Tiere gleich, werden sollte. So setzte er sich später mit aller Kraft gegen das Dahindämmern und müde Verzichten zur Wehr.

دو

Nach der Nachtfahrt kamen sie in Dachau an. Vor dem Lagertor versuchten sie zu enträtseln, was ihrer hinter den Drahtzäunen und Sperrzonen wartete. Über dem Tor war eine Inschrift angebracht: ,, Arbeit macht frei!" Die Ge­fangenen, die schon seit dem frühen Morgen vor dem Tor standen, meinten, es seien noch niemals groteskere Sätze über einem Höllentor geschrieben gewesen. Sie verspürten den Hohn dieser Worte und begannen ohnmächtigen Haẞ

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