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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
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dunsen und prall, ein wahrer Paukenbauch. Die Spargel­beine bewegten sich vorsichtig, die Knie standen nach innen. Vom Nabel abwärts war der Geheimrat leider ein erbärmlicher Anblick. Der obere und der untere Geheim­rat stimmten nicht zusammen. Der obere Geheimrat war mit einigem Ethos, mit Brille, mit Weisheit und Haaren und Tiefsinn nicht übel aufmontiert. Daß er unten ent­täuschte, war schließlich nicht wichtig, denn ein Geheim­rat reicht beruflich nur bis zum Katheder hinab, also bis zum Nabel schlimmstenfalls.

Dieser Geheimrat D. kam uns beiden entgegen, blieb lächelnd stehen, wippte hinten mit dem Stock auf und ab und sah uns an bis wir herankamen.

,, Ah... die Sympathie... die Sympathie..." flötete ein gelbes Loch im Gebüsch.

Maleen blickte interessiert nach einem Knaben, der auf ein Fahrrad stieg und Achten fuhr.

...

...

,, Ja, ja, die Jugend. Ehret die Jugend Nun, Sie wissen ja am besten, wie ich sie selbst zu Worte kommen lasse... ich erwarte mir sehr viel von einer Zusammen­arbeit des gereiften Alters mit der Jugend... ich dürfte wohl in diesem Zusammenhang als bahnbrechend zu nen­nen sein. Die einschlägige Literatur..."

Ich besah ihn und ängstigte mich vor dem Fluß der Zeit. Die Zeit ist ein Witzbold, sie liebt es, ein Exem­plar sich selbst gegenüber zu stellen, vor Gebrauch und nach Gebrauch: jung und alt, zwei fremde Herren, die sich in allem widersprechen. Junger Mensch: eine ange­fangene Renommage, Greis: unpassende Pointe dazu. Ach Widerspruch, ach Geheimrat!

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