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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
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,, Hörst du sie?" fragte er, und wir hörten das Publikum hinter den Türen johlen, pfeifen und toben. Gelegentlich hörten wir auch unsere eigenen Namen und wir hörten dazu alles das, was die SA - Leute Unangenehmes mit uns zu tun vorhatten.

Die Uraufführung unserer letzten Premiere scheiterte soeben am stürmischen Protest der Nazis. ,, Wir gehn auf die Bühne", sagte ich. ,, Im Gegenteil", meinte Richard, und er hatte recht. Die Straub, sahen wir durch die Tür, kämpfte heldenhaft gegen das schäumende Parkett, in dem sich mutige Gruppen fanden, die gegen die Störungen protestierten. Ohrfeigen knallten, die SA- Leute schoben brutal einzelne Zuschauer heraus. Als die Ueberfallkom­mandos eintrafen, ging das Licht an und die Masse be­wegte sich erregt schimpfend auf die Straße. Ich ging zur Bühne, holte meinen Hut und sprach mit der Straub, die blond, großäugig und flammend ins Dunkle drohte: ,, Wir werden es ihnen schon zeigen!" Als ich durch die Men­schenmenge zurückkehrte, hörte ich, daß eine Gruppe SA- Leute erregt nach einem Mann forschte. Der Mann war ich.

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Hinterher saßen wir im Grünen Zweig" bei Maria Fein in der Lutherstraße, und nachts waren wir bei der Straub in der Wohnung, alle Beteiligten. Die Mehrheit wollte morgen nicht mehr spielen, die tapfere Straub, Leo Reuß und ich standen allein.

Am nächsten Abend ging ich zum Theater. Es war ge­schlossen und dunkel. Ein Doppelposten Schupos stand davor. Es war aus.

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