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Er war Ingenieur bei Siemens gewesen und hatte große Zeichenbretter mit sonderbaren technischen Zeichnungen in seiner Zelle. Jede Woche kam ein Abgesandter von Siemens und holte die fertigen Arbeiten ab. Seine Ge- schichte war folgende:

Als ihn seine Frau vom Flugplatz im Auto abholen wollte, konnte er nicht mitfahren, da er noch auf die Landung eines Flugzeugs warten mußte. Auf ihre Frage erwiderte er, daß dieses Flugzeug seine Arbeit sei, ein Düsenflugzeug. Seine Frau berichtete diese Aeußerung ihrem Vater, der Anzeige erstattete. Das Todesurteil war- tete auf ihn. Er erhielt in der Untersuchungshaft die Scheidung seiner Frau.

Er war ein frischer, lebenslustiger, sympathischer Mann. Seinen Termin habe ich nicht mehr erlebt. Seine Frau und ihr Vater werden sicher noch leben.

Er kam mit 18 Jahren als Schlossergeselle, einen Papp- karton unter dem Arm, nach Berlin . Man nannte ihn Pipps. Fünfzehn Jahre später besaß er ein Haus, einen schnee- weißen Riesenwagen und eine Firma mit vierzig Ange- stellten. Er war blaß, hart, gutmütig und blasiert. Br trank viel und liebte die Wollust in ihrer primitivsten Form. Sein Haus an der Heerstraße wurde gebaut. Er saß die Nächte in den Bars oder verlebte sie mit mehreren Frauen gleichzeitig in seinem Bett. Mit seinem lautlosen, funkelnden Wagen pflegte er die Kurfürstendammweiber zu ködern. Er lebte intelligent, genußsüchtig und einsam.

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