Ich taumle vor rasender Wut. Er sagt ganz leise durch die Zähne:

,, Na, wirds bald... wirds bald?... Wollen Sie den Befehl verweigern?"

Aha, darauf will er hinaus. Nun erst recht.

Und ich beuge die Knie und strecke die Arme wag­recht aus. Er nimmt das Papier vom Tisch und geht hinaus. Zweimal dreht sich der Schlüssel, dann knallt der Riegel. Seine Schritte entfernen sich im totenstillen Flur. Heulend vor Wut falle ich auf meinen Schemel.

g

S

Z

I

P. hatte mir beim Abschied in Prag einen winzigen braunen Porzellanhasen geschenkt. Ich trug ihn stets bei mir. Nach zwei Jahren brach ich ihm bei der Premiere der ,, Neuberin" in Berlin in der festgeschlossenen Hand den Fuß ab. In der Nacht, bevor ich zu ihr nach Virginia fuhr, verlor ich ihn während einer herrlichen Trinkerei in Flushing bei George Grosz. Am nächsten Tag sah ich sie wieder. Es war aus.

Nachdem die letzte Vernehmung für mich recht nach­teilig verlaufen war, schloß sich die Zellentür hinter mir. Der Schlüssel rasselte, der Riegel knallte, und die Schritte des SS - Mannes entfernten sich.

70

70