Die Jolle lag hart am Wind, der böig einfiel. Ich hielt Schot und Ruder mit aller Kraft, Wasser schlug schäumend herein. Wir rauschten wie die Windsbraut dahin. Wir lehnten uns beide weit nach Luv hinaus. Hoffentlich halten die Fallen, dachte ich. Sie sind morsch. Die Wellen des Sees klatschten gegen den Bug und sprühten über uns weg. Bald wird sie genug haben, dachte ich. Aber sie lachte. Ihr dunkles Haar flatterte gegen den grauen Sturmhimmel. Wir gingen auf den anderen Bug, und sie belegte die Fockschot. Sie war naß wie eine Katze, aber sie lachte. Gut, dachte ich. Rund umher tanzten die weiBen Schaumköpfe des eisengrauen Wassers, und der Sturm flog heulend über den See.
Es macht Spaß zuzusehen, wie ein Mensch seine Kraft bei einem Sturm beweisen kann, aber es ist noch schöner, wenn ein Mädchen im Boot Vertrauen hat. Sie legte sich weit hinaus, und sah mich mit ihren goldbraunen Portweinaugen an. Sie war blaß, aber sie lachte, und ihre Zähne schimmerten weiß in der Dämmerung.
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Einige Tage später höre ich Schritte den Flur entlangkommen, zwei Männer. Das bedeutete Gefahr! Wem gilt. sie? Sie schlossen nebenan die Zelle des Oberleutnants auf. Dann hörte ich einen Schrei, einen halb unterdrückten, katzenhaften Schrei. Ein Eimer fiel um. Erregte Zurufe. Stille. Die Tür fiel zu. Die Schritte entfernten sich. Ich klopfte ihn an:
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