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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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zierliche Person, einen dichten Schleier vor dem Gesicht. Neben ihr die Frau des Bäckermeisters Möller, die mit verstörtem Blick unverwandt zu ihrem Mann in der Anklagebank hinübersah. Dort Evas Wirtin, die kleine rundliche Frau Ziegler, mit ihrem Mann, der die schweren verarbeiteten Hände auf seine Knie stützte. Sogar die ahnungslose Frau Schuster, Baumanns Wirtin, war anwesend und folgte mit krebsrotem Gesicht und großen, ängstlichen Augen der Verhandlung. Sie war vorgeladen wor­den, weil man glaubte, daß sie Einzelheiten über den ganzen Fall von Baumann erfahren hätte.

Doch keiner dieser Zeugen" war bis jetzt zu einer Aussage aufgerufen worden.

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Die eintönige, schleppende Rede des Verteidigers versiegte er wartete einige Atemzüge lang, sagte dann mit derselben mo­notonen Stimme: ,, Deshalb bitte ich das hohe Gericht, dem Angeklagten Baumann mildernde Umstände zuzubilligen.. Er hob, zu den Richtern gewandt, den Arm zum Hitlergruß und setzte sich.

Sekundenlang war es still im Gerichtssaal, dann kam Bewe­gung in die Reihe der schwarzen Talare auf dem Podium.

Der Gerichtsvorsitzende legte die Arme breit auf den Tisch, schob seinen gedrungenen Oberkörper vor und sagte mit schnar­render Stimme: ,, Angeklagter Baumann! Haben Sie noch etwas zu sagen?"

-

Alle Augen richteten sich auf Baumann. Baumann saẞ in un­veränderter gebückter Haltung, seine Schultern zuckten.

Der Vorsitzende stand auf: ,, Das Gericht zieht sich zur Bera­tung zurück!"

Füße scharrten, Stühle wurden gerückt, dann verschwanden die schwarzen Talare in der Tür unter dem Hitlerbild.

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