Die Stenotypistin unterbrach ihr Schreibmaschinenklappern und hob den Telefonhörer ab: ,, Geheime Staatspolizei , Zimmer 118. - Jawohl, einen Moment bitte."
Sie wandte sich um: ,, Herr Kommissar, Sie werden verlangt." Der Kommissar nahm den Hörer: ,, Kommissar Schneider." ,, Diebold, 3b", klang es aus der Hörmuschel. ,, Kommen Sie doch mal zu uns herauf, Schneider. Es handelt sich um den Fall Wegner. Sie wissen doch, die Konditorei."
,, Jawohl, Herr Inspektor!"
Langsam ging Kommissar Schneider den Korridor entlang und stieg gemächlich die Treppen hinauf. In den langen Gängen lag Tür an Tür. SS - Männer liefen an ihm vorbei und grüßten. An einigen Etagenaufgängen standen Posten, schlugen die Hacken zusammen, als er vorüberging. Im Gebäude der Geheimen Staatspolizei Berlin , Prinz- Albrecht- Straße, war ausschließlich SS - Bewachung. Schneider schnaufte. In dem riesigen Haus gab es keinen Fahrstuhl, darüber hatte er sich schon oft geärgert, denn die Fahndungsabteilung 3b lag im vierten Stock.
Oben angelangt, trocknete sich Schneider die Stirn und trat in das Zimmer 364.
Es war ein großer heller Raum mit Fenstern, die bis zur Decke reichten. Hinter wuchtigen Schreibtischen saßen drei Ge stapo - Beamte, vor dem rechten Fenster eine Stenotypistin an
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