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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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nicht die geringste Lust, als erwachsener Mensch noch einen prak­tischen Beruf zu erlernen, und der Mutter konnte er nicht länger ohne rechten Verdienst auf der Tasche liegen. Auch bei der Polizei konnte man Karriere machen!... Für Politik hatte er sich nie interessiert, er hielt es für sinnlos, daran Zeit zu ver­schwenden. An sich selbst mußte man denken, an sein eigenes Fortkommen. Diese Schreihälse in den Straßendemonstrationen! Mit denen hatte die Hitlerregierung gründlich aufgeräumt! Von der Zeit an hatte er sich noch stärker bemüht, ein pflicht­bewußter, tüchtiger Polizeibeamter zu sein. Die neue Zeit bot gute Aufstiegsmöglichkeiten für echte deutsche Menschen!... Nein, mit diesen schäbigen, verhetzten Arbeitern hatte er nie etwas zu tun haben wollen. Er war letzten Endes Beamter!... Und nun war alles so gekommen! Seine arme alte Mutter. Wenn sie das erfuhr!

Die Bremsen der Straßenbahn kreischten laut. Baumann schrak aus seinen Gedanken.

Adolf- Hitler- Platz!

-

Nur noch zwei Haltestellen, dann muß ich aussteigen, dachte er. Ihn fröstelte. Er lehnte den Kopf gegen die Fenster­brüstung der Bahn. Die hohen Miethäuser der Stadt blieben zurück, die Straße wurde breiter, lag auf einmal leer und ver­lassen.

Bahnhof Heerstraße!

Baumann stand schwerfällig auf. Langsam ging er an dem hohen grauen Bahnhofsgebäude vorbei, die dort beginnende Nebenchaussee hinunter. Auf der rechten Straßenseite standen einige Villen, eine Straßenlaterne warf einen schwachgelben Lichtkranz. Links begann schon der Wald, der sich wie ein schwarzer Wall um den Stadtrand legte.

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