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Zurückkommen mehr! War das beste so... Denn was morgen früh kommen würde, war unabwendbar: Verhaftet. Angeklagt. Entehrt. Wenn er dort draußen im Grunewald gefunden wurde, konnte ihm niemand mehr etwas anhaben... Baumann griff nach seiner Gesäßtasche. Die Pistole, sein ,, Privatmodell" war da. Ja, das blieb der einzige Ausweg. Alles war aus, alles verloren, alles... Er schloß die Augen. Das eintönige Rattern der Straßenbahn drängte sich in seine Gedanken. Ja, er war auf dem richtigen Weg, das war die einzige Lösung... Er wurde plötzlich ganz ruhig. Wenn er als Knabe aus der Schule kam, stand die Mutter schon immer an der Tür des kleinen Hauses und sah die Straße hinunter, wartete auf ihn. Auf seine Samtmütze mit den bunten Streifen war er immer sehr stolz gewesen, zeigte sie doch jedem, daß er in die höhere Schule ging... Sein Vater hatte immer krank im Bett gelegen, daran mußte er immer zuerst denken, wenn er sich an ihn erinnerte. Und an die mageren weißen Hände; wenn man sie berührte, war es immer, als fühle man kalten, toten Stein... Die Mutter war oft mit ihm ins Rathaus gegangen, um Vaters Pension abzuholen. An den Kassierer in der Stadtkanzlei, mit der großen Narbe im Gesicht, erinnerte er sich deutlicher als an den Vater. Er hatte sich immer gewundert, daß über dem Pult des Kassierers auch am Tage Licht brannte. Die hatten hier wohl viel Geld und brauchten nicht mit allem zu sparen wie sie zu Hause?... Später, die Zeit auf der Universität, war die beste und sorgloseste seines Lebens gewesen. Obwohl er wußte, daß die Eltern ihm dies nur mit großer Mühe und äußerster Sparsamkeit ermöglichen konnten. Dann starb der Vater, und es war aus mit dem Studieren. Es nützte gar nichts, daß er der ,, Einzige" war und ,, etwas Besseres" werden sollte!... Und so war er dann in den Polizeidienst eingetreten. Er spürte
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