Druckschrift 
Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
212
Einzelbild herunterladen

Ihm war, als rede ein anderer für ihn. Seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, das Blut strömte ihm zu Kopf, nahm ihm den Atem. Er begann zu zittern, seine Augen hingen an Evas Mund: Jetzt kam das Ende!

Eva rührte sich nicht.

Inspektor Diebold ließ keinen Blick von Eva. Er konnte sich nicht mehr länger beherrschen. Er packte Eva an den Schultern und rüttelte sie: ,, Wachen Sie auf! Antworten Sie!"

Evas Oberkörper kippte plötzlich vornüber, ihr Kopf pendelte zwischen Diebolds Armen, hing dann kraftlos herunter.

,, Verflucht noch mal!- Das jetzt!" schrie der Inspektor. Er herrschte Baumann an: ,, Stützen Sie sie!"

Baumann gehorchte. Er drückte Evas Schultern gegen die Stuhllehne, starrte sie fassungslos an. Ihr Kopf hing zur Seite, die Augen waren geschlossen, ihre Lippen aufeinandergepreẞt, ein dünner Strich.

Inspektor Diebold lief zur Tür und riß sie auf: ,, Tanner!- Bringen Sie Wasser! Schnell!"

Er kam mit dem SS- Mann zurück, eine Karaffe in der Hand. Ein Wasserstrahl klatschte der Bewußtlosen ins Gesicht, tropfte von ihren herunterhängenden Haarsträhnen. Ein zweiter Wasser­strahl!

Eva blieb leblos, ihre Augen geschlossen.

,, Holen Sie Dr. Holst, Tanner! Er muß sie zum Bewußtsein bringen, um jeden Preis! Beeilen Sie sich!" befahl Diebold.

,, Jawohl, Herr Inspektor!" Der SS- Mann rannte fort. Nach wenigen Augenblicken hörten sie den Trab seiner schwe­ren Schaftstiefel zurückkommen.

,, Dr. Holst ist nicht mehr im Hause, Herr Inspektor!"

212